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Starnberg

24.01.2020

Doch kein Familiendrama: 19-Jähriger gesteht Dreifachmord

Polizei und Spurensicherung sind vor Ort in Starnberg.
Bild: Angelika Warmuth, dpa

In Starnberg wurden Mitte Januar drei Tote entdeckt, ein Ehepaar und dessen Sohn. Die Polizei war von einem Familiendrama ausgegangen. Nun gibt es eine Wendung.

In einem Starnberger Einfamilienhaus haben Ermittler Mitte Januar drei Tote gefunden. Sie entdeckten eine 60 Jahre alte Frau und ihren 64 Jahre alten Mann sowie den erwachsenen Sohn (21) erschossen in dem Anwesen. "Die Ermittler vor Ort gehen von einem Familiendrama aus", sagte Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer damals. Nun stellt sich die Lage aber wohl anders dar als zunächst vermutet. Die Polizei geht nun von Mord aus. Ein 19 Jahre alter Bekannter des getöteten Sohnes habe das Verbrechen gestanden, teilte die Polizei am Freitag in Fürstenfeldbruck mit. "Die detaillierte Schilderung und ein inzwischen wiederhergestelltes Handy-Video zum Tatgeschehen, das der 19-Jährige selbst drehte, belegen dieses Eingeständnis." Festgenommen wurde auch ein 18-Jähriger, der den 19-Jährigen zum Tatort gefahren und wieder abgeholt haben soll.

Tote Familie in Starnberg: 19-Jähriger gesteht Dreifachmord

Im Haus des Hauptverdächtigen sei zudem "ein ganzes Waffenarsenal, darunter auch Kriegswaffen beziehungsweise Stoffe, die zur Herstellung von Sprengstoff dienen können, sowie Munition" aufgefunden worden, hieß es.

Diese Waffensammlung entdeckte die Polizei bei dem Verdächtigen. Der 19-Jährige hat die Tat gestanden.
Bild: Kripo Fürstenfeldbruck

Die Ermittler waren zunächst davon ausgegangen, dass der 21-jährige Sohn vor knapp zwei Wochen seine Eltern und sich selbst erschossen hatte. Ermittlungen zur Herkunft der beiden gefundenen Waffen führten letztlich jedoch zu dem 19-Jährigen, der gemeinsam mit dem getöteten Sohn eine Ausbildung als Büchsenmacher absolvierte.

Gegen die beiden 19- und 18-jährigen Männer wurde inzwischen Haftbefehl wegen Mordes beziehungsweise Beihilfe dazu erlassen, sie sitzen in Untersuchungshaft. Außerdem werden die Männer beschuldigt, Verbrechen im Sinne des Kriegswaffenkontrollgesetzes begangen zu haben.

Polizei ging zuerst davon aus, dass der Sohn die Eltern und sich selbst tötete

Die Leichen der 60 Jahre alten Frau und ihres 64 Jahre alten Mannes waren am vorletzten Sonntag im Schlafzimmer im ersten Stock des Hauses gefunden worden. Die Leiche des Sohnes wurde - ebenfalls mit einem Kopfschuss - in dessen Zimmer entdeckt. Eine von zwei Pistolen lag direkt neben ihm. Weder die Eltern noch der Sohn hatten eine waffenrechtliche Erlaubnis. Der Hund der Familie wurde ebenfalls von einem Schuss verletzt und wurde tierärztlich behandelt. Er werde von einer Bekannten betreut.

Eine Polizeistreife hatte die drei Toten in dem Wohnhaus gefunden. Angehörige hatten die Beamten informiert. "Die Tochter hat sich Sorgen gemacht, weil die Eltern über einige Zeit nicht erreichbar waren", sagte Kammerer. Sie habe deshalb die Polizei verständigt. Die Beamten sperrten den Tatort ab, Ermittler sicherten noch in der Nacht Spuren. (AZ/dpa)

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Die Diskussion ist geschlossen.

25.01.2020

Dass der mutmaßliche Täter solche Waffen in großer Zahl besessen hat, ist alarmierend. Ist dafür der Arbeitgeber ("Büchsenmacher") verantwortlich? Hat der mutmaßliche Täter sie sich "schwarz" beschafft? Gibt es da keine staatliche Kontrolle?

Und wiedermal zur Erinnerung:
Der mutmaßliche Täter und sein mutmaßlicher Helfer stammen vermutlich nicht aus dem Ausland. Und schon gibt es in diesem Diskussionsforum keine Kommentare, kein Aufheulen, keine Betroffenheitsbekundungen.

Raimund Kamm

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25.01.2020

"......... keine Kommentare, kein Aufheulen, keine Betroffenheitsbekundungen."

Leider zeigt es deutlich wie ein großer Teil der Leserschaft tickt.

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