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Silberdistel

08.05.2018

Ehrenamtler sind die Grundpfeiler unserer Gesellschaft

Die Empfänger der Silberdistel 2017 kamen kürzlich zu einer Feierstunde im Augsburger Medienzentrum zusammen. auch Verlegerin Alexandra Holland gratulierte (grünes Kleid).
Bild: Ulrich Wagner

Unsere Zeitung zeichnet mit der Silberdistel seit vielen Jahren Menschen aus, die sich in vorbildlicher Weise für andere und für unsere Heimat engagieren.

Nehmen Sie sich kurz Zeit. Lesen Sie die kleinen Porträts, die unter diesem Text folgen. Denn sie alle eint eine Botschaft: Was doch alles an Positivem möglich ist, wenn Menschen aufstehen und aktiv werden. Wir als Zeitung, als Augsburger Allgemeine mit ihren Heimatausgaben und als Allgäuer Zeitung, unterstützen dieses ehrenamtliche Engagement vor Ort seit 27 Jahren mit unserer Silberdistel. Es ist eine Auszeichnung für besondere Leistungen und Initiativen, die dem Gemeinwohl zugutekommen. Sie wird jeden Monat von uns vergeben.

Das Ehrenamt wird immer wichtiger

Denn das Ehrenamt ist noch wichtiger geworden, betonte Alexandra Holland, die Herausgeberin der Augsburger Allgemeinen. „Die Probleme haben sich verändert: Die gesellschaftliche Entwicklung, die Vereinzelung der Menschen, die rasante Veränderung von unseren Lebensbedingungen, die zunehmend belastete Natur.“ Wir als Zeitung wollen einen Beitrag dazu leisten, dass dieses wertvolle Wirken, das so oft im Stillen verläuft, anerkannt wird, dass es weiterlebt und dass sich mehr Menschen ermutigt fühlen, so vorbildlich zu handeln wie unsere Silberdistel-Empfänger. Sie gehören zu den Grundpfeilern unserer Gesellschaft.

Um ihnen zu danken und die Möglichkeit zu geben, sich gegenseitig und unser Medienhaus kennenzulernen, lädt Alexandra Holland die Silberdistel-Empfänger eines Jahres ins Foyer des Medienzentrums Pressedruck nach Augsburg ein. Am Montagabend war es wieder so weit: Die Ehrenpreisträger von 2017 trafen sich und konnten mit der Herausgeberin selbst, aber auch mit Gregor Peter Schmitz, dem Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, seinen Stellvertretern Gerd Horseling und Jürgen Marks sowie mit Ulrich Hagemeier, Redaktionsleiter der Allgäuer Zeitung, ins Gespräch kommen.

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Soziales Engagement zu würdigen ist ein Herzensanliegen für Verlegerin Alexandra Holland

Alexandra Holland nutzte die Gelegenheit, den Ehrenamtlichen ihre persönliche Anerkennung auszudrücken: „Ich empfinde großen Respekt und habe Hochachtung vor der Arbeit, die Sie geleistet haben und immer noch leisten“, sagte sie und ergänzte: „Sie, liebe Empfänger der Silberdistel, bereichern Schwaben. Sie haben Verantwortung übernommen, sie kümmern sich und leben den Heimatgedanken lange bevor er nun ständig von der Politik bemüht wird.“ Die Ehrenpreisträger kommen aus den verschiedensten Bereichen: Sie stärken die Gemeinschaft, indem sie Feste und Zusammenkünfte organisieren, sie kümmern sich um Menschen, die bedürftig sind, um Behinderte und Senioren. Sie fördern unsere Kultur und Lebensart. Sie stärken den ländlichen Raum und schützen die Natur. „Und Sie scheuen sich nicht, sich im Wortsinn die Hände schmutzig zu machen.“ Jedes Engagement ist anders, „jedes auf seine Weise von unschätzbarem Wert“. Was alle verbindet, „ist der außergewöhnliche persönliche Einsatz, die Bereitschaft, Zeit und Kraft für die Gemeinschaft zu geben“. Sie verdienen es, entsprechend gewürdigt zu werden. Dies war schon Alexandra Hollands Mutter, Ellinor Holland, ein Herzensanliegen. Alexandra Holland setzt diese Tradition gerne fort. Denn sie ist überzeugt davon: „Jedes Land, jede Region, jede Stadt, jedes Dorf braucht Menschen, die anderen die Hand reichen. Menschen wie Sie.“

Damit viele Menschen erfahren, was Engagement bewirken kann, berichten wir Monat für Monat über die mutigen Macher, ihre Motivation, ihre Mitstreiter in unserem Bayernteil. Das sieht Alexandra Holland als Aufgabe der Zeitung: „Sie tun Gutes“, sagte sie zu den Ehrenpreisträgern, „und wir reden darüber.“ Darüber hinaus wollen wir mit der Vergabe der Silberdistel die Preisträger selbst anstacheln, nicht nachzulassen: „Wir brauchen Sie mehr denn je!“, betonte Alexandra Holland und bat die Gäste: „Bitte engagieren Sie sich weiterhin in Ihrem Bereich, stecken Sie andere mit Ihrem Enthusiasmus an und geben Sie Ihren Bürger- und Gemeinsinn weiter.“ Ein Verein, der auf dieser Seite kurz vorgestellt wird, heißt so schön „Liebe sei Tat“. Für Alexandra Holland eine vorbildliche Lebenseinstellung, eine Haltung.

Die Silberdistelempfänger von 2017

Hans Starke leitet den Verein "Füreinander"

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit eines Menschen merklich abbaut und es mühsam wird, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Diesen Lebensabschnitt hat der Verein „Füreinander“ in Utting am Ammersee im Blick, den Hans Starke seit 2010 leitet. Der Verein bietet Aktivitäten von der Singstunde bis zum Gymnastikangebot „Fit 100“. Eine gerontopsychiatrische Fachkraft bildet Alltagshelfer aus, die hilfsbedürftige Menschen im Alltag begleiten. (ger)

Johann Geier erfand den Rainer Winkel

Eigentlich gibt es den Rainer Winkel gar nicht. Er ist weder durch politische, noch geografische Grenzen festgezurrt. Gemeint ist eine gefühlte Gegend rings um die Stadt Rain, die sich auch in Nachbarlandkreise erstreckt. Seit 25 Jahren rückt die „Interessensgemeinschaft Rainer Winkel“ mit ihrem Motor Johann Geier die Stärken dieser Heimat ins Bewusstsein. Das gelingt ihnen vortrefflich mit Brauchtumspflege aller Art, modernen Themen und einem Festival. (wüb)

Johann Geiger hilft mit dem Verein "Liebe sei Tat"

Laute Worte, große Gesten – all das ist Johann Geiger, 78, völlig fremd. Seine Persönlichkeit steht auf eine bemerkenswerte Weise für den Thannhauser Verein „Liebe sei Tat“ (Kreis Günzburg), den er mit ins Leben gerufen hat. Der 2010 gegründete Verein greift den Leitsatz des heiligen Vinzenz von Paul (1581 bis 1660) auf. Er hilft Kranken, Alleinerziehenden, Menschen mit geringer Rente. Es können Kleiderspenden sein oder auch die Begleitung zum Arzt. (pb)

Wolfgang Scherer hilft und fördert Talente

Das Leben von Wolfgang Scherer, 65, ist ein Leben für die Musik, für junge Talente und für ein großes Publikum bei Konzerten im Augsburger Land ebenso wie im Ausland. Ungezählt sind die Talente, deren Mentor der Orchesterleiter war und ist. Manche führte er sogar hin zu großen Bühnen. Mit allen zusammen erspielte er Spenden in Höhe von über 230 000 Euro für soziale Einrichtungen, darunter auch die Kartei der Not, das Hilfswerk unserer Zeitung. (pit)

Xaver Zeller sammelt Müll vom Wegesrand

Die Devise von Xaver Zeller, 73, lautet: handeln statt zaudern. Wenn dem Wildpoldsrieder (Oberallgäu) etwas auffällt, dann packt er es an. So dreht der Rentner regelmäßig seine Runden mit dem Rad und sammelt den Müll ein, den andere achtlos in die Natur geworfen haben. Er errichtet am Wegesrand Bänke, stellt Schilder auf, um auf Historisches hinzuweisen. „Keine großen Sachen“, sagt Zeller dazu. Doch manchmal sind es die kleinen Dinge, die viel bewirken. (jaj)

Fritz Unglert holt die Stars in die Provinz

Natürlich spielen Stars gerne in den großen, berühmten Häusern und bekommen dafür entsprechende Gagen. Trotzdem treten immer wieder hoch renommierte Klassikkünstler in Illertissen auf. Dafür reisen die Fans von weit her an. Fritz Unglert macht es möglich. Der Vorsitzende des Freundeskreises Kultur im Schloss kann mehr bieten als Geld und einen tollen Konzertsaal, nämlich Charme, persönliche Betreuung und viel Herz. Da werden auch Stars weich. (hip)

Walter Hieber, der Motor von Gundelfingen

Was hat Gundelfingen (Kreis Dillingen) nicht schon alles gefeiert: Kraut- und Kartoffelfest, historische Feste wie zuletzt die Belagerung der Stadt vor 555 Jahren und die venezianische Nacht. Ideengeber ist meist einer: Walter Hieber, der Vorsitzende des Historischen Vereins. Ohne den einstigen Kulturreferenten geht wenig. Der 68-Jährige ist der „Motor von Gundelfingen“. Wenn der frühere Mesner den Erntedankaltar aufbaut, stehen die Menschen Schlange. (bv)

Centa Theobald wirbt seit 50 Jahren für die Blasmusik

Sie ist das weibliche Gesicht des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes: Centa Theobald, 71, aus Buchenberg (Oberallgäu). Seit dem Jahr 2000 amtiert sie als stellvertretende Präsidentin und fährt jährlich tausende von Kilometern kreuz und quer durch Schwaben, um Konzerte zu besuchen, Reden zu halten, Mitglieder zu ehren – kurz gesagt: um für die Blasmusik zu werben und zu kämpfen. Vor 50 Jahren brach sie resolut in die Männerdomäne ein, heute gibt sie den Ton an. (kpm)

Martin Osterrieder ist der Hüter des Benninger Rieds

Es ist Lebensraum für 87 Tier- und Pflanzenarten, die auf der Roten Liste stehen – und das weltweit einzige Vorkommen der Purpur-Grasnelke: Was für ein Schatz das Benninger Ried (Unterallgäu) ist, will der Förderverein Benninger-Ried-Museum zeigen. Nachhaltig gelingt ihm das durch sein 2011 eröffnetes Naturkundemuseum. Pro Jahr lockt es etwa 1300 Besucher und der Verein um Vorsitzenden Martin Osterrieder organisiert bis zu 60 Veranstaltungen. (ver)

Helmut Bauer versorgt Bedürftige mit Essen

Die Motivation, sich für andere einzusetzen, hat bei Helmut Bauer viel mit seinen christlichen Wurzeln und der Bewunderung des Gesellenvaters Adolph Kolping zu tun. „Glaube muss Hilfe zum Leben sein“, sagt der 72-Jährige. Seit zehn Jahren organisiert Bauer mit seinem Team die Tafel in Wertingen (Kreis Dillingen). 100 Bedürftige bekommen dort jeden Dienstag Lebensmittel. Mit den „Freunden der Zusaminsel“ bietet Bauer auch Essen auf dem Wochenmarkt an. (bv)

Hildegard Wessel kämpft für das Ecknachtal

Seit fast zwei Jahrzehnten schlägt ihr Herz für die Ecknach und ihr Tal: So lange schon ist Hildegard Wessel aus Adelzhausen (Aichach-Friedberg) ehrenamtlich als Koordinatorin des Arbeitskreises „Bayern-Netz-Natur – Projekt Ecknachtal“ tätig. Der Arbeitskreis umfasst drei Kommunen und viele Akteure aus Politik, Behörden und Verbänden. Das Ziel ist es, das Ecknachtal als besondere Naturlandschaft zu erhalten – auch dank Wessels Einsatz ist dies gelungen. (uj)

Wilfried Mütterlein gibt Autisten im "Fichtenhaus" eine Heimat

Um eine schwabenweit einzigartige Behinderteneinrichtung zu erhalten, hat der Trägerverein des „Fichtenhauses“ im kleinen Dorf Anhofen im Landkreis Unterallgäu ein Millionenprojekt gestemmt: Er baute ein neues Heim für zwölf mehrfach behinderte Autisten, weil das alte Haus nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen entsprach und deshalb die Schließung drohte. Die Köpfe des Vereins sind Wilfried Mütterlein, Josef Nieberle, Claudia und Edgar Schmidt sowie Alois Rindle. (baus)

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