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Ingolstadt

09.02.2015

Einbruchserie: Half eine Komplizin aus dem Finanzamt?

Eine Finanzamt-Mitarbeiterin soll Einbrechern verraten haben, wo viel Beute zu holen ist.
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Eine Finanzamt-Mitarbeiterin soll Einbrechern verraten haben, wo viel Beute zu holen ist.
Bild: Kaya (Symbolfoto)

Im Fall einer Einbruchserie gibt es eine überraschende Wendung: Eine Frau aus dem Ingolstädter Finanzamt hat den Einbrechern angeblich Steuerdaten herausgegeben.

Hatte die Bande, die in den vergangenen zehn Jahren in München und Ingolstadt über 200 Mal in Häuser und Villen eingestiegen sein und dabei Beute in Millionenhöhe gemacht haben soll, eine Komplizin im Finanzamt Ingolstadt? Das berichtet die tz aus München. Deren Recherchen zufolge habe eine 43-jährige Frau die Einbrecher angeblich über die Vermögensverhältnisse finanzstarker Privatleute informiert.

Die Mitarbeiterin der staatlichen Behörde soll Einblick in die Steuererklärungen genommen und einen besonderen Blick dafür gehabt haben, wer Tresore von der Steuer abgesetzt hatte. Der Frau sei, wie es weiter heißt, fristlos gekündigt worden.

Einbrecher machten Beute im Wert von 2,4 Millionen Euro

Judith Henkel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren. Sie sagte lediglich, dass weitere Ermittlungen in dieser Sache liefen. Auch die stellvertretende Amtsleiterin des Finanzamtes Ingolstadt, Eva Ehrensberger, wollte die Angelegenheit nicht kommentieren.

Wie berichtet hatte die Münchner Staatsanwaltschaft im Dezember 2014 Klage am Landgericht gegen zwei Serben, einen Kroaten und eine 43-jährige Deutsche erhoben: wegen schweren Bandendiebstahls. Die Angeschuldigten seien verdächtig, in mehr als 200 Fällen hauptsächlich im Raum München und Ingolstadt in Wohnungen eingebrochen zu haben. Dabei sollen sie seit 2004 Schmuck, Uhren und Geld im Wert von fast 2,4 Millionen Euro erbeutet haben, so die Staatsanwaltschaft weiter. Dazu komme Sachschaden in Höhe von etwa 250000 Euro.

Drei der Beschuldigten haben gestanden

Laut Landgericht München ist die Klage noch nicht zugelassen. Im Januar hatte die Staatsanwaltschaft München aber mitgeteilt, dass drei der Angeschuldigten ein umfassendes Geständnis abgelegt hätten. Unter ihnen auch die 43-jährige Frau. Aufgeflogen war die Bande nach einem Einbruch Ende 2013, als Zeugen das Kennzeichen eines Fluchtfahrzeugs erkannt hatten.

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