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Covid-19-Pandemie

31.03.2020

Enkeltrick und Co.: Die neuesten Maschen der Corona-Betrüger

Seit Jahren ist der Enkeltrick bekannt. Betrüger nutzen diese Methode nun auch während der Corona-Krise aus, um an Geld und Wertgegenstände von vornehmlich älteren Menschen zu gelangen.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Plus Die Polizei warnt derzeit vor Betrügern, die die aktuelle Krise für ihre Zwecke ausnutzen, um an Geld zu gelangen. Bisher sind diverse Methoden bekannt.

Seit vielen Jahren sind verschiedene Maschen von Banden bekannt, meist unter Schlagworten wie "Enkeltrick“ oder "Falscher Polizist“. Es sind Strategien von Kriminellen, die vornehmlich ältere Menschen kontaktieren, um unter einem Vorwand an deren Vermögen oder Wertgegenstände zu kommen. Diese Betrüger nutzen in diesen Tagen auch die Corona-Krise für ihre Zwecke aus und entwickeln ganz neue Maschen. Das sind die bisher bekanntesten Methoden:

Polizeisprecher: "Es ist wichtig, dass die Bevölkerung über diese Tricks Bescheid weiß"

Der Enkeltrick: Michael Jakob, Polizeisprecher am Präsidium Schwaben Nord, warnt vor einer neuen Variante des sogenannten Enkeltricks, den Betrüger anlässlich des Coronavirus sozusagen umfunktioniert haben: Die Täter rufen dabei bei vor allem älteren Menschen an und geben sich am Telefon als deren Enkel, Freunde oder Angehörige aus. Sie behaupten im Gespräch, dass sie wegen einer Covid-19-Infektion dringend finanzielle Hilfe für eine Behandlung im Krankenhaus benötigen. Da sie selbst allerdings in Quarantäne wären und selbst nicht kommen könnten, würde ein guter Bekannter das Geld abholen.

Falsche Polizisten: Am Polizeipräsidium Schwaben Süd/West sind Betrüger mit einer anderen Masche in Erscheinung getreten: als falsche Polizisten. Polizeisprecher Dominic Geißler berichtet von bisher zwei Fällen. Das eine Mal gab der falsche Polizist vor, dass der Geschädigte in Quarantäne sei und deshalb alle seine Sachen packen müsse, die der Beamte dann abholen würde. Das andere Mal lautete der Vorwand, dass das Geld der Geschädigten aufgrund der Corona-Krise nichts mehr wert sei und sie es deshalb an den vermeintlichen Polizisten übergeben solle, der es für sie verwahren werde. "Beide Geschädigten reagierten jedoch umsichtig und ließen sich nicht darauf ein“, berichtet Polizeisprecher Geißler. "Es ist wichtig, dass die Bevölkerung über diese Tricks Bescheid weiß, damit niemand auf solche Betrüger hereinfällt.“

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Falsche Kontrolleure: Das Landeskriminalamt (LKA) warnt die Bevölkerung aktuell außerdem vor falschen Corona-Kontrolleuren. In diesen Fällen ruft ein Betrüger an und gibt sich als vermeintlicher Mitarbeiter des Gesundheitsamtes aus. Dieser teilt dem Angerufenen mit, dass man ihn dringend einem Coronavirus-Test unterziehen und seine Wohnung desinfizieren müsse. Kurze Zeit später stehen mehrere Personen in Schutzanzügen vor der Haustür und wollen die Wohnung betreten, um die angekündigten Maßnahmen durchzuführen. "Mit dieser perfiden Methode versuchen Betrüger, sich Zugang zu Wohnungen zu verschaffen, um an Wertgegenstände wie Schmuck und Bargeld zu gelangen“, warnt das LKA. Auch in der Region hat es bereits solche Fälle gegeben, berichtet Polizeisprecher Michael Jakob. Dabei hätten mutmaßliche Betrüger oder Trickdiebe an Haustüren geklingelt und sich als Corona-Kontrolleure oder als Desinfektionsteam ausgegeben.

Maschen in der Corona-Krise: 160.000 Euro Schaden durch Online-Betrug

Fake-Shops: Das Landeskriminalamt verweist darüber hinaus auch auf Betrüger, die im Internet unterwegs sind. Derzeit sind online Fake-Shops zu finden – also gefälschte Plattformen –, die gegen Vorkasse zum Beispiel Atemschutzmasken oder andere Gesundheitsprodukte anbieten. Die Geschädigten bestellen dort und bezahlen die Waren, erhalten aber nie eine Gegenleistung für das Geld. Auch in unserer Region kam es bereits zu solchen Fällen. Ende März meldete sich der Betreiber einer Import-Export-Firma aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen bei der Polizei. Er war Opfer eines Online-Betrugs geworden. Er hatte nach Angaben der Polizei Atemschutzmasken im Wert von 160.000 Euro bestellt – die Ware aber nie erhalten. Die Kriminalpolizei Ingolstadt hat inzwischen Ermittlungen wegen schweren Warenbetruges aufgenommen.

Phishingmails: Derzeit sind dem LKA zufolge sogenannte Phishingmails im Umlauf – E-Mails, die scheinbar vom Gesundheitsamt stammen oder einen anderen Bezug zu Corona aufweisen. Diese E-Mails sollen persönliche Daten abgreifen oder haben eine Schadsoftware im Anhang, die beim Öffnen den Computer lahmlegt oder Bankdaten ausspäht.

Über alle Entwicklungen rund um das Coronavirus informieren wir Sie in unserem Live-Blog.

Lesen Sie dazu auch: Welche Kriminellen von der Corona-Krise profitieren - und welche nicht

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