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Entschädigung vom Freistaat: Mollath ist nicht nur Opfer

Entschädigung vom Freistaat: Mollath ist nicht nur Opfer
Kommentar Von Holger Sabinsky-Wolf
12.11.2019

„Justizopfer“ Mollath erhält über 600.000 Euro. Das sollte helfen, den Fall abzuschließen, der das Vertrauen in die Justiz und Mollath selbst beschädigt hat.

Es gibt viele Legenden um Gustl Mollath. Eine davon lautet, er sei völlig zu Unrecht in der Psychiatrie gesessen. So wurde er zum „Justizopfer“. Das kann man auch anders sehen. Sieben erfahrene Psychiater haben über Jahre hinweg immer wieder festgestellt, dass er psychisch krank ist. Und selbst im Wiederaufnahmeprozess wurde er zwar freigesprochen, aber nicht rehabilitiert.

Justizopfer Gustl Mollath einigt sich mit dem Freistaat Bayern und erhält eine hohe Entschädigungssumme.
Bild: Peter Kneffel/dpa

Die Richter betrachteten ihn als Gewalttäter, der seine Ex-Frau verprügelt, gebissen und gewürgt hat. Und die Richterin betonte sogar, dass zur Tatzeit möglicherweise eine „wahnhafte Störung“ vorgelegen habe. Ob er an über 100 Autos Reifen zerstochen hat, ist ungeklärt. Allein aus rechtlichen Gründen blieb nur der Freispruch.

Mollath sollte aufhören, Legenden zu verbreiten

Klar ist aber auch: Mollath saß unverhältnismäßig lange in der Psychiatrie. Das alte System des Maßregelvollzugs hat es ermöglicht, dass nicht nur Straftäter, sondern auch als allgemeingefährlich geltende Menschen unbefristet lange untergebracht werden können. Nach einer Gesetzesreform sind Betroffene nun besser geschützt.

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Dass der schwierige Herr Mollath nun vom Freistaat viel Geld als Entschädigung erhält, gleicht das Unrecht zumindest finanziell aus. Die Einigung sollte helfen, den Fall endlich abzuschließen, der sowohl das Vertrauen in die Justiz als auch die Person Mollath beschädigt hat. Der Staat hat seine Konsequenzen gezogen und das Gesetz geändert. Jetzt sollte auch Gustl Mollath aufhören, weiter die Legende zu verbreiten, dass er nur Opfer ist.

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15.11.2019

Ihr Kommentar, Herr Sabinsky Wolf, ist widerwärtig.
Ich frage mich wirklich welches Leserklientel Sie damit bedienen wollen.
Sie treten noch einmal aufs übelste nach. Herr Mollath ist ein Justizopfer. Dies wurde nun wiederholt gerichtlich bestätigt. Damit bleibt er für alle Zukunft Opfer, der Bayrische Freistaat für alle Zukunft der Täter. Ihre erneute Sezierung von Mollath mit den Worten, er ist nicht nur! Opfer ist widerlich, abstoßend und in Anbetracht, dass er nun erneut gerichtlich als Opfer anerkannt wurde, schlicht falsch.
(edit/mod/bitte sehen Sie von Beleidigungen und Unterstellungen ab)

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13.11.2019

Mit (nur) dem dpa-Bericht über das ergangene Urteil hätte die
AA den Fall Mollath publizistisch anständig beenden können.

Aber nein, das reichte jemandem nicht ...

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13.11.2019

Naja, wenn einem über 10 kostbare Lebensjahre geraubt werden, ist das 600000€ wert.

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13.11.2019

>> Sieben erfahrene Psychiater haben über Jahre hinweg immer wieder festgestellt, dass er psychisch krank ist. <<

Wenn es die sich abzeichnende Zusammenarbeit zum Nachteil Mollaths gab, wäre eine psychische Erkrankung kein Wunder.

https://www.br.de/nachricht/oberpfalz/mollath-wiederaufnahmeverfahren-regensburg-tag-4-100.html

>> Sieben Jahre war Gustl Mollath in der Psychiatrie. Vor Gericht hat am Donnerstag (10.07.14) eine Psychiaterin ihr Gutachten verteidigt. Ohne Mollath je getroffen zu haben, hatte sie bei ihm eine psychiatrische Störung vermutet. <<

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13.11.2019

(edit/mod/bitte bleiben Sie sachlich)

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13.11.2019

es ist eine Schande das die Augsburger Allgemeine die von sich auch mit recht Behauptet Neutral zu sein einen Artikel von einem Redattore veröffentlicht der nur nachplappert was einmal die Ex von Mohlath in die welt gesetzt hat !!! warum können Reporter nicht Neutral sein und nur wahrheiten berichten

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12.11.2019

Mollath's Ex-Frau hatte Angst, dass Mollath sie wegen der Scharzgeldgeschichte bez. Schweizer Banken anzeigt. Da ging sie zu einer Bekannten im BKH-Erlangen, die dort Ärztin war und schwärzte Mollath an. Beide waren Handgreiflich, aber die Ärztin attestierte Mollath dann eine psychische Störung mit Allgemeingefährlichkeit. Der Richter, der Mollath dann verurteilte, war mit dem Neuen von Frau Mollath per du und sie sprachen zusammen unmittlebar vor dem Urteilsspruch. Einem damaligen Schöffen ist das alles aufgefallen. Die Ex-Justizministerin Beate Merk war auch ganz tief drin verstrickt und "besorgte" den damaligen Star-Gutachter Hans-Ludwig Kröber, der schon Ulfi Kulac im Mordfall Peggy falsch beschuldigte. Gutachter, die zu dem Schluss kamen, dass Mollath nicht psychisch gestört ist, wurden nicht gehört. Es war ein Komplott gegen Mollath mit der bayerischen Ex-Justizministerin Beate Merk.
Hoffentlich muss Mollath diesen Kommentar nicht lesen.

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12.11.2019

Ein unglaublicher Kommentar von Holger Sabinsky-Wolf.

Bereits die Anführungszeichen in der ersten Zeile entlarven die Schreibe des Kommentators.

Hier kämpft wohl ein Journalist seine Nachhut-Gefechte.

Was schreibt z.B. die „Welt“ heute?
„Mollath ist das wohl bekannteste Justizopfer Deutschlands. Er war 2006 nach einem Prozess wegen angeblicher Gewalt gegen seine Ehefrau in die Psychiatrie eingewiesen worden – zu Unrecht, wie sich Jahre später in einem Wiederaufnahmeverfahren herausstellte. 2747 Tage – mehr als sieben Jahre – hatte er in der Psychiatrie verbracht.“

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12.11.2019

Die Opferrolle als Legende zu bezeichnen ist unsäglich.
Dieser Kommentar ist in seiner Gänze eines "Revolverblattes" würdig.

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12.11.2019

Als einer der sich sehr mit dem Fall beschäftigt hat, halte ich diesen Kommentar von Herrn Sabinsky-Wolf für eine Unverschämtheit. Ziemlich deckungsgleich mit dem Sermon der BILD von heute.
Ohne 2 mutige Journalisten der Nürnberger Nachrichten und eines guten Hamburger Anwalts wäre Mollath noch immer in der forensischen Psychiatrie.
Das fragwürdige Verhalten der Justiz inkl. von Exekutive und der damaligen bay. Justizministerin Merk wurde nie "gewürdigt".
Man verfuhr ganz einfach nach der Methode "Den Vorhang zu und alle Fragen offen". Die einflussreichen Geldsäcke, die großes Interesse hatten, Mollath zum Schweigen zu bringen, ihn zu verräumen, blieb völlig unbehelligt.

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