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Ermittlungen
28.03.2019

Drohbriefe an Städte haben denselben Inhalt

Das Augsburger Rathaus wurde am Dienstagvormittag geräumt, auch der Rathausplatz war gesperrt. Nach einigen Stunden gab es Entwarnung.
Foto: Silvio Wyszengrad

Die Polizei geht davon aus, dass es ein Täter war, der E-Mails mit einer Bombendrohung an Augsburg und andere Städte versandte. Der Verfasser sprach von „Rache“

Nach der Bombendrohung gegen die Augsburger Stadtverwaltung ermittelt jetzt die Staatsschutz-Abteilung der Augsburger Polizei. Eine Spur zu einem möglichen Täter oder einer Tätergruppe gab es aber am Mittwoch offensichtlich noch nicht. Nach Informationen unserer Redaktion kann man aber davon ausgehen, dass die Droh-Mails, die in der Nacht zum Dienstag an mehrere Stadtverwaltungen in Deutschland gingen, alle vom selben Absender stammen.

Für den Zusammenhang der Drohungen sprechen demnach der gleichlautende Inhalt der E-Mails und die Tatsache, dass die Mails alle zum selben Zeitpunkt, gegen 1.30 Uhr nachts, verschickt worden sind. Die Polizei in Augsburg nahm den Inhalt der E-Mail ernst und evakuierte deshalb am Dienstagvormittag vorübergehend das Rathaus und zwei Verwaltungsgebäude. Auch der Rathausplatz wurde abgesperrt. In den meisten anderen betroffenen Städten schätzten die Verantwortlichen die Lage offensichtlich ähnlich ein und ließen ebenfalls die Rathäuser räumen. Im baden-württembergischen Heilbronn und in Schwerin nahm man die Drohung dagegen gelassener. Dort mussten die Mitarbeiter das Rathaus nicht verlassen. In jeder Stadt hätten die Behörden selbstständig entschieden, was sie wegen der Drohungen veranlassen, sagte der Augsburger Polizeisprecher Michael Jakob dazu.

Indes sind weitere Inhalte der Droh-Mails bekannt geworden. Demnach wurde ein „Tag der Rache“ angekündigt. Zudem sollen Details zur angeblichen Bombe genannt worden sein, etwa zu Sprengstoff und Zünder. Gefunden wurde aber bei den Durchsuchungen der Rathäuser in keiner der betroffenen Städte etwas. Über die Frage, ob die Droh-Mails einen politischen Hintergrund haben, darüber könne man derzeit aber nur spekulieren, sagt Polizeisprecher Siegfried Hartmann auf Anfrage. Offen sei auch, ob die in der Nacht zum Dienstag versandten Mails etwas mit einer Serie von Drohbriefen zu tun haben, die seit Monaten für Verunsicherung sorgt. Die Verfasser dieser Schreiben nannten sich „Nationalsozialistische Offensive“, „NSU 2.0“ oder „Wehrmacht“. In den Droh-Mails vom Dienstag fehlt dagegen nach Informationen unserer Redaktion solch ein Hinweis.

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