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Katholische Kirche

20.03.2017

Es gibt Rezepte gegen den Priestermangel

Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, will, dass Laien die Priester stärker entlasten.
Bild: Matthias Balk (dpa)

Bislang galt: eine Pfarrei, ein Priester. Nun zwingt der Personalmangel die Kirche zu neuen Schritten. In München sollen Laien mehr Verantwortung tragen. Das reicht aber noch nicht.

Es sind starke Worte, die Kardinal Marx bemüht. Anfang März erst sagte der Münchner Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz mit Blick auf den Priestermangel: „Es kann nicht einfach so weitergehen.“ Was er weiterhin sagte, war ernüchternd. Eine Lockerung des Zölibats? Nicht mit ihm. Die Priesterweihe für viri probati, also bewährte verheiratete Männer? Dazu hätten die Bischöfe „keine abschließende Meinung“.

Nun sprach er von einem „Umbruch“ – und lässt im Erzbistum München und Freising „neue Leitungsmodelle“ erproben: Laien und Priester sollen Führungsaufgaben gleichberechtigt wahrnehmen (lesen Sie den Bericht dazu: Im Erzbistum München können erstmals Laien eine Gemeinde leiten), Priester so mehr Zeit für die Seelsorge erhalten. Das bedeutet in der Tat ein Umdenken. Bislang galt: Eine Pfarrei muss von einem Priester geleitet werden.

Seit Jahrzehnten aber sinkt die Zahl der Priester. Dagegen werden Pfarreien zu immer größeren Einheiten zusammengelegt, oft unter massivem Protest der Gläubigen. Im Bistum Augsburg etwa forderten vor fünf Jahren Tausende, man müsse die „Kirche im Dorf lassen“. Marx ebnet einem Umdenken den Weg; für eine Lösung des Problems Priestermangel braucht es jedoch wesentlich mehr – eine Ausweitung der von Laien durchgeführten Wortgottesfeiern auch an Sonn- und Feiertagen sowie die Priesterweihe für viri probati. Das müssten die nächsten Schritte sein.

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