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Nacktbaden in Schwaben

26.07.2019

FKK in der Region: Hier können Sie zwischen Augsburg und Ulm nackt baden

Nacktbaden ist seit 2013 in ganz Bayern grundsätzlich erlaubt. Aber Vorsicht: Offiziell erwünscht ist FKK nur an wenigen Orten. An vielen Seen wird Nacktbaden aber geduldet.
Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Wer sich so richtig abkühlen will, kommt vielleicht auf die Idee zum Nacktbaden. Aber Vorsicht: Offiziell erlaubt ist FKK in Schwaben selten. Wo es geduldet wird.

Bei den aktuellen Temperaturen führt jedes Stück Textil am Körper zu Schweißausbrüchen. Da könnte man sich am liebsten die Kleider vom Leib reißen und direkt ins kühle Wasser eines Badesees springen. Aber darf man das denn?

FKK in Bayern: Bis 2013 war das Nacktbaden in der Öffentlichkeit verboten

Generell, das sei allen Entblößungswilligen gesagt, gilt in Bayern kein Nacktbadeverbot mehr. Die entsprechende Regelung lief 2013 aus und wurde nicht verlängert. Seitdem ist Nacktbaden an Seen prinzipiell erlaubt. Es gibt jedoch Einschränkungen: Etwa Paragraf 118 des Ordnungswidrigkeitengesetzes, "Belästigung der Allgemeinheit".

Der besagt: Wer "grob ungehörig" handelt und damit andere belästigt, muss mit einer Geldbuße rechnen. Heißt konkret: Wer völlig entblößt dem Sonnenbad frönt, sollte darauf achten, das nicht allzu offensiv zu tun.

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Und noch etwas: Seit der Abschaffung des Nacktbadeverbots liegt die Entscheidung bei den Kommunen. Die können per Verordnung das unbekleidete Baden verbieten.

So geht die Stadt Augsburg mit dem Thema Nacktbaden um

Einige Beispiele zeigen, wie Kommunen in der Region mit dem Thema umgehen: In der Stadt Augsburg wird Nacktbaden vonseiten der Behörden toleriert, heißt es vonseiten der Stadt. Offiziell ausgewiesene FKK-Bereiche gebe es aber nicht. Wer also nackt in Badeseen im Stadtgebiet, in der Wertach oder im Lech badet, tut erst einmal nichts Verbotenes.

Laut Pressesprecherin Elisabeth Rosenkranz rät die Stadt jedem, der sich durch die Anwesenheit entblößter Badegäste gestört fühlt, die betreffende Person aufzufordern, sich zu verdecken. "Wenn das nichts nützt, können Sie die Polizei rufen. Erst wenn sich der FKK-Fan dann noch weigert, kommt es zur tatsächlichen Ordnungswidrigkeit." Das zu bezahlende Bußgeld liege zwischen 100 und 1000 Euro. Bislang sei es dazu aber nicht gekommen.

In der Vergangenheit gab es zwischen FKK-Fans und einem Augsburger Verein jedoch immer wieder Ärger. Der Kaisersee nahe der A8 ist seit Jahrzehnten bei Nudisten beliebt. Der Lechfischereiverein, dem das Gewässer gehört, befürchtet durch die mit Sonnenschutzmittel eingecremte Schwimmer jedoch eine Verschlechterung der Wasserqualität. Beide Parteien streiten sich seit Jahren über die Nutzung.

An diesen Orten kann man rund um Augsburg Nacktbaden

Anders ist die Lage in Günzburg und Neu-Ulm. Beide Städte verbieten das FKK-Baden. Friederike Kurtenbach von der Rechtsabteilung der Stadt Günzburg erklärt: "Viele unserer Seen unterliegen dem Naturschutz. Zudem wollen wir vermeiden, dass sich andere Badegäste belästigt fühlen."

Für ausgewiesene FKK-Bereiche gebe es an den sieben Seen im Stadtgebiet zudem keinen Platz. "Und FKK- und Nicht-Nacktbadebereich so dicht nebeneinander zu erlauben, wäre schwierig." Um sicherzugehen, dass an den Seen alles angezogen bleibt, sei sogar regelmäßig die Polizei vor Ort.

Und wo dürfen Nackerte dann ganz offiziell baden? Ein Beispiel wäre da der Waldbaggersee zwischen Senden und Vöhringen im Landkreis Neu-Ulm. Am südlichen Ufer, also auf Vöhringer Flur, gibt es einen ausgewiesenen FKK-Bereich, wo sich nach Lust und Laune entblößt werden darf. Bei FKK-Fans ist zudem der Auensee in Kissing beliebt. Am Großen Alpsee bei Immenstadt sowie am Ammersee gibt es zudem ausgewiesene FKK-Bereiche.

Lesen Sie dazu auch: Bei Hitze einfach mal blankziehen? Hier ist Nacktsein erlaubt

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