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08.03.2009

Finanzhilfe ja, aber wie?

Augsburg Seit 1966 ist Karl Heinz Müller (Aystetten) mit dem Augsburger Klinikum eng verbunden - zunächst in der Planungsphase als Jurist am Landratsamt, später dann als SPD-Landtagsabgeordneter, Kreisrat, Mitglied des Verwaltungsrates und heute in der Vorstandschaft des Fördervereins. Die jetzige Diskussion um die geplante Umwandlung des Großkrankenhauses zur Uniklinik sieht er jedoch mit Sorge. "Ich befürchte, wir erleben trotz des klaren Versprechens von Ministerpräsident Horst Seehofer wie schon so oft eine Bauchlandung", sagte Müller.

Schwaben sei in dieser Frage "jahrelang vertröstet" worden. Und er könne sich absolut nicht vorstellen, "dass es ausgerechnet jetzt klappen soll". Die Entscheidung, wo in Deutschland eine Universitätsklinik entsteht, treffe alleine der Wissenschaftsrat. Und der vertrete seit Jahren die Auffassung, es würden ohnehin schon zu viele Ärzte ausgebildet. Müller: "Ich sehe die Gefahr, aufs Glatteis geführt zu werden." Dass der "Patient Klinikum" dringend eine Finanzspritze vom Staat braucht, ist für Müller unbestritten. Es müssten jedoch Geldquellen aufgetan werden, "die uns sofort helfen". Der Sozialexperte schlägt etwa vor, die beiden Träger, Stadt und Landkreis Augsburg, von der Beteiligung an den Investitionskosten und von der Krankenhausumlage, die sich 2009 auf rund 8,7 Millionen Euro beläuft, zu befreien. Damit würden jährlich rund zehn Millionen Euro eingespart.

Müller warnt davor, zu große Hoffnungen in eine Uniklinik, die vor allem auf Lehre und Forschung ausgerichtet ist, zu setzen. Die Stadt Augsburg müsste in diesem Fall nach seiner Meinung ein neues Krankenhaus der Grundversorgung ("Dies leistet eine Uniklinik nicht") bauen.

Wichtig seien zu allererst staatliche Zuschüsse für die Modernisierung der in die Jahre gekommenen Medizintechnik am Augsburger Klinikum. "Wir müssen die Geräte erneuern. Ansonsten verlieren wir den Anschluss an die Spitze."

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