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Flüchtlingspolitik
19.07.2021

Wie zwei der 69 abgeschobenen Afghanen ihren Weg zurück in die Region fanden

Ahmad (rechts) gehörte zu den 69 Afghanen, die 2018 abgeschoben wurden. Heute lernt er im Hotel Filser in Oberstdorf Koch. Seniorchefin Helga Filser-Nußbickel, aber auch Küchenchef Michael Voll sind sehr zufrieden mit ihm. In der Küche wird im Übrigen selbstverständlich mit Maske gearbeitet, nur fürs Foto wurde sie kurz abgenommen.
Foto: Martina Diemand

Plus 69 Flüchtlinge wurden 2018 zum 69. Geburtstag von Horst Seehofer abgeschoben. 51 waren aus Bayern. Viele waren sehr gut integriert, hatten Jobs oder Ausbildungsplätze in Aussicht. Die Geschichte zweier Rückkehrer.

Ein halber Tod, sei das für ihn gewesen. Ohne Schuhe. In Handschellen. So wurde der heute 28-Jährige am frühen Morgen des 3. Juli 2018 von Polizisten abgeholt. Als wäre er ein Verbrecher. Dabei hat er sich nichts zu schulden kommen lassen. Gar nichts. Doch sein Asylantrag war abgelehnt worden. Und für die Behörden war Ahmad, der hier wie alle Betroffenen nur mit seinem Vornamen genannt werden möchte, leicht aufzufinden, mit einem Job und einer Wohnung in Waltenhofen bei Kempten. So saß der junge Afghane zusammen mit 68 anderen Männern bis er sich verguckte in einem Flieger zurück nach Kabul. In ein Land, das er nicht kannte. In ein Land, das nach wie vor von vielen Experten als alles andere als sicherer Rückführungsort gilt. 51 der 69 abgeschobenen Männer waren aus Bayern. Mindestens fünf wie Ahmad aus unserer Region.

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Die Diskussion ist geschlossen.

21.07.2021

Träumen Sie ruhig weiter lieber Peter B.
Letztlich sind es nicht mal 30% und von denen wünschen sich viele eine menschlichere Abschiebe-Politik. Schließlich bleiben nur wenige übrig die das unmenschliche Abschieben nach Afghanistan gut finden und die finden Sie ganz rechts in Richtung AfD.
Unsere Gesetze verbieten dass in unsichere Länder abgeschoben wird und deshalb wird es demnächst auch keine Abschiebungen dort hin mehr geben.

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20.07.2021

Schön, dass dieses Thema mal wieder aufgegriffen wird. Es wird zu viel abgeschoben und zu wenig differenziert. Der Flieger muss voll werden und dann arbeitet man halt eine Liste ab. So kommt es mir vor. Es wurden bereits sehr viele Menschen abgeschoben, die seit Jahren hier ihren Lebensunterhalt verdienen, Steuern und Sozialversicherung zahlen. Es wurden Familien – denn nur deutsche Familien scheinen heilig zu sein – auseinandergerissen, junge Menschen, die sich nichts zu Schulden hatten kommen lassen, wie Verbrecher in den frühen Morgenstunden abgeholt und festgesetzt. Oft Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind und das Land ihrer Eltern nur vom Hörensagen kennen. Ich schäme mich für das Vorgehen unserer Behörden. Ein zweiter unabhängiger Blick auf die Menschen, die abgeschoben werden sollen, täte nicht nur denen gut, die es trifft, sondern auch unserer Wirtschaft. Im Momemt ist es wohl so, dass nur der, der einen starken Helferkreis hinter sich hat, eine kleine Chance hat, der Abschiebung zu entgehen. Aber auch die Unsicherheit ist schließlich kein guter Begleiter, wenn man ständig die Abschiebung vor Augen hat. Horst Seehofer sollte sich für seine Witzelei bis ans Ende seiner Tage in Grund und Boden schämen.

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20.07.2021

Da kann ich Ihnen voll und ganz beipflichten! Auch ich schäme mich für den Bundesinnenminister. Und das mit einem C im Parteinamen!
Wir haben im persönlichen Umkreis eine wie oben beschriebene Abschiebung hautnah miterlebt. Es ist menschenverachtend und für unsere Demokratie zutiefst beschämend. Offensichtlich haben in Deutschland nur Deutsche Recht auf Grund- und Menschenrechte. Ich persönlich schäme mich unsagbar für so ein Verhalten. Das ist nicht das Deutschland, das ich als Deutsche kenne und zu dem ich gehöre! Mein Mitgefühl gilt den zerrissenen Familien und schwer traumatisierten Abgeschobenen, die unsagbares Leid erfahren mussten und noch müssen!

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20.07.2021

Jeder in Deutschland ist verpflichtet sich an die bestehende Gesetzgebung zu halten auch die Regierungsparteien und der Bundesinnenminister. Mit schämen kommen wir da nicht weiter.

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21.07.2021

@Peter B.

Vermutlich haben Sie das Vorgehen bei vielen Abschiebungen insbesondere im Bayern nicht verstanden. Anständige Flüchtlinge, z. Teil schon in Ausbildung wurden rücksichtslos mit Handschellen abgeführt wie Verbrecher. Sie werden zurück geschickt in ein Land das alles andere als sicher ist und mittlerweile Kriegsland ist. Andere aber mit großartiger Unterstützung durch gute Rechtsanwälte dürfen bleiben. So sieht unsere Gesetzgebung aus. Ungerechtigkeiten die dadurch entstehen sehen Sie im Bericht von Daniela Hungbaur.

"Mit schämen kommen wir da nicht weiter"

Mit Ungerechtigkeiten kommen wir erst recht nicht weiter. Ich schäme mich nicht nur für das Verhalten so mancher Politiker insbesondere in Bayern, sondern auch für für diese dumpfe und unmenschliche Aussage.

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21.07.2021

Richard M.
Der deutsche Wähler steht zu dieser Partei, die diese Gesetze und Maßnahmen durchführt, auch in den derzeitigen Umfragen.

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