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26.05.2017

Förster besaß mehr als 1300 Kinderpornos

Vorwürfe gegen Ex-Abgeordneten sind noch umfangreicher

Dem früheren Augsburger Landtagsabgeordneten Linus Förster droht eine langjährige Gefängnisstrafe. Denn die Vorwürfe gegen den 51-jährigen Ex-Chef der schwäbischen SPD sind noch umfangreicher als bisher bekannt.

Die Augsburger Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch bestätigt, was unsere Zeitung bereits vor eineinhalb Wochen berichtet hat: Die Anklage gegen den ehemaligen Landtagsabgeordneten ist zu einer Großen Strafkammer des Landgerichts Augsburg erhoben worden. In einer Pressemitteilung listet die Staatsanwaltschaft genau auf, was sie Förster zur Last legt. Neu daran ist in erster Linie die beträchtliche Zahl von mehr als 1300 Kinderporno-Dateien, die die Ermittler auf verschiedenen Speichermedien des 51-Jährigen gefunden haben. Davon sind mehr als 800 Kinderporno-Fotos und mehr als 500 kinderpornografische Videofilme, teilte Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai mit.

Strafrechtlich schwerer wiegen die Vorwürfe des schweren sexuellen Missbrauchs widerstandsunfähiger Frauen. Förster soll laut Anklage an zwei schlafenden Frauen in seiner Wohnung den Geschlechtsverkehr heimlich vollzogen haben. In einem Fall soll er während einer Party das schlafende Opfer am Lagerfeuer sexuell missbraucht haben.

Offenbar hatte Förster darüber hinaus ein Faible dafür, den Sex mit den Frauen heimlich zu filmen. In einem Fall wollte er Anfang September 2016 in Augsburg heimlich eine Prostituierte beim Sex mit ihm aufnehmen. Doch die Asiatin merkte das. Es gab Streit, sie nahm den Speicherchip der Kamera an sich. Beim Versuch, den Chip gewaltsam wieder an sich zu nehmen, soll Förster die Frau verletzt haben. Sie behielt den Chip aber und ging am nächsten Tag damit zur Polizei, um Anzeige zu erstatten.

Mitte Dezember wurde Förster verhaftet. Seither sitzt er in der JVA Gablingen (Landkreis Augsburg) in Untersuchungshaft. Einen Prozesstermin gibt es noch nicht. Försters Verteidiger Walter Rubach sagte, seinem Mandanten gehe es nicht gut. Rubach stellte aber in Aussicht, dass sich Förster zu den Vorwürfen äußern werde. „Das wird aber wahrscheinlich erst in der Hauptverhandlung sein“, so Rubach.

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