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Freibad in Corona-Zeiten

04.06.2020

Freibäder in Bayern öffnen wieder: Diese Regeln gelten

Am 8. Juni dürfen in Bayern Freibäder wieder eröffnen. Es gelten strenge Auflagen.
Bild: Marcus Merk (Archivfoto)

Plus Am 8. Juni dürfen in Bayern Freibäder eröffnen, Thermen bleiben weiter zu. Welche Beschränkungen gelten? Wo braucht man eine Maske? Die wichtigsten Regeln.

Sommer, Ferien und Freibad – das gehört zusammen wie Sprungbrett und Bauchplatscher, wie Kiosk und Pommes. Doch bislang hatten Schwimmbadfans wenig Grund zur Freude. Zu Beginn der Pandemie mussten im Zuge der coronabedingten Beschränkungen Spaß- und Hallenbäder schließen, Freibäder durften gar nicht erst aufmachen. Aber jetzt ist ein erster Lichtblick in Sicht.

Können überhaupt alle Freibäder in Bayern am 8. Juni öffnen?

Wie die bayerische Staatsregierung Ende Mai beschlossen hat, dürfen Freibäder ab kommenden Montag, 8. Juni, wieder öffnen – pünktlich zum Start der zweiten Pfingstferienwoche. Auch Außenanlagen von Badeanstalten, von Kureinrichtungen und Hotels dürfen wieder in Betrieb gehen. Doch auch überall dort, im Wasser und auf Liegewiesen, müssen alle geltenden Hygienevorschriften und Abstandsregeln eingehalten werden.

Doch bis die ersten Besucher ihre Handtücher in der Sonne ausbreiten können, steht den Betreibern eine anstrengende Zeit bevor. Denn sie müssen in den wenigen Tagen bis zum 8. Juni die letzten Vorbereitungen für den Sommerbetrieb treffen und Hygienekonzepte erarbeiten. Den meisten Betreibern und Besuchern ist klar: Baden wie in den vergangenen Jahren wird heuer nicht möglich sein. Nichtsdestotrotz gibt es viele Ideen, zumindest ein wenig Badespaß zu ermöglichen. Das Unternehmen Witty aus Dinkelscherben im Landkreis Augsburg berät Badbetreiber zum Beispiel dabei, für ihre Anlagen Hygienepläne zu erstellen.

Die Freibad-Saison 2020 wird eine besondere - mit Mundschutz, Abstandsregeln und Online-Reservierungen. Worauf sich die Augsburger einstellen müssen, erklärt die Leiterin der Bäderamtes Ulrike Greiffenberg im Video.
Video: Ida König

In Türkheim im Unterallgäu überlegt man im Freibad einen Drei-Schicht-Betrieb einzuführen und maximal 500 Personen gleichzeitig einzulassen. Gäste dürften dann nur für höchstens drei Stunden das Bad besuchen. Ähnliche Pläne gibt es beispielsweise auch für das Nördlinger Freibad. Um dort lange Warteschlangen vor der Kasse zu vermeiden, überlegen die Betreiber, ein System für Online-Buchungen auf der Internetseite einzurichten. Im Eichwaldbad in Dillingen ist eine regelmäßige Desinfektion, mehrmals am Tag, zwingend vorgeschrieben. Und in München können die Tickets für den Freibadbesuch nur online reserviert werden – und zwar drei bis vier Tage im Voraus. Doch nicht alle Betreiber werden es schaffen, ihre Anlagen rechtzeitig aus dem Winterschlaf zu holen und bis 8. Juni startklar zu machen. Es gibt auch Bäder in Bayern, die erst Mitte Juni für die ersten Badegäste eröffnen können.

Als Orientierung für die Betreiber, welche Vorgaben sie beachten müssen, verweist das Bayerische Innenministerium auf das „Rahmenhygienekonzept Sport“, erklärt ein Ministeriumssprecher auf Anfrage. Darin heißt es zum Beispiel: Oberstes Gebot ist die Einhaltung der Mindestabstandsregel von 1,5 Metern zwischen Personen im In- und Outdoorsportstättenbereich sowie beim Betreten und Verlassen der Sportstätten. Das gilt freilich auch für Duschen und Toiletten in Freibädern,erklärte der Ministeriumssprecher. „Damit der entsprechende Mindestabstand gewährleistet werden kann, ist die Obergrenze für die Anzahl zeitgleich anwesender Badegäste in einer Freibadanlage in dem standortspezifischen Schutz- und Hygienekonzept zu bestimmen.“ Freibadgäste sollten außerdem im Bereich der Toiletten und Sanitäranlagen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Rettungskräfte befürchten gefährliche Situationen in Freibädern

Für die Freibäder gibt es also einen Plan, wann und wie es für sie in Zeiten von Corona weitergeht. Wann es für Thermen, Saunas und Wellnessangebote im Freistaat soweit sein wird, ist dagegen noch nichts bekannt, bestätigte auf Anfrage das bayerische Wirtschaftsministerium. „Für uns ist das eine ziemliche Hängepartie“, sagt Jörg Wund, Inhaber der Therme Bad Wörishofen und der Therme Erding. „Wir wissen nichts. In Baden-Württemberg öffnen die Thermen am 6. Juni, aber wir müssen abwarten, was Markus Söder als Nächstes bekannt gibt.“ Wund hatte sich sogar überlegt, die Therme Bad Wörishofen als „Freibad“ zu eröffnen – Besucher hätten dann nur die Außenbereiche nutzen dürfen. „Aber von dieser Idee sind wir schnell wieder abgekommen.“ Wund hofft in diesen Tagen auf eine baldige Entscheidung der Staatsregierung. „Wir brauchen schließlich auch eine Vorlaufzeit von 14 Tagen, bis alles vorbereitet ist.“ Ein Hygienekonzept habe er bereits erarbeitet. Wund will zum Beispiel die Besucherzahl beschränken, die Anzahl der Liegen reduzieren und in Saunas Platzhalteschilder aufstellen, um die Mindestabstände einzuhalten.

 

Freibäder mit beschränktem Eintritt, Thermen und Hallenbäder noch geschlossen – da zieht es an sommerlich warmen Tagen vermutlich viele Menschen an Badeseen und Flussstrände. Eine Entwicklung, die der bayerische Landesverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit Sorge betrachtet. Denn aus einem Ansturm der Bevölkerung auf die Freigewässer in Bayern könnte sich, auch in Verbindung mit der Infektionsgefahr, eine ganze Reihe gefährlicher Situationen ergeben, heißt es in einer Mitteilung der DLRG Bayern.

Anders als im Schwimmbad könne am See nicht an jeder Stelle eine Aufsichtsperson stehen, erklärt Ingo Flechsenhar, Präsident der DLRG Bayern. Seit März gebe es außerdem keine Schwimmkurse mehr. Kinder zwischen sechs und zehn Jahre seien deshalb in diesem Jahr eine besondere Risikogruppe. „Jedes Jahr ertrinken in Bayern leider um die 90 Menschen. Ich befürchte, es werden in diesem Jahr mehr und es wird auch Kinder treffen.“ Die DLRG appelliert deshalb an die Mitbürger: „Seid heuer besonders umsichtig und verantwortungsvoll, für euch und die anderen. Damit das Baden – in der Zeit von Corona – nicht zu einer weiteren Gefahr wird.“

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