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Allgäu

31.07.2020

Gegen Wildparker und Wildcamper: Polizei verstärkt Kontrollen

Solche Bilder will die Polizei verhindern. An Touristenorten will sie vermehrt kontrollieren und Wildparken unterbinden.
Bild: Günter Jansen

Gerade das Allgäu erlebt in Corona-Zeiten einen Ansturm an Besuchern. Deshalb will die Polizei nun verstärkt kontrollieren - denn nicht nur Wildparken ist ein Problem.

Es wird ein heißes Wochenende im Allgäu – in jeder Hinsicht. Angesichts von Sommerferien und angekündigtem Hitzewetter werden tausende Ausflügler in den Bergen und an den Seen erwartet. Zuletzt hatte der große Ansturm immer wieder für Probleme gesorgt – Wildparker stellten ihre Autos in fremden Wiesen ab, blockierten Straßen und Zufahrten, verursachten lange Staus.

Die Polizei kündigte am Freitag an, dieses Wochenende an Ausflugsorten verstärkt gegen Wildparker und Wildcamper vorzugehen. Mithilfe der Bereitschaftspolizei seien an touristischen Hotspots zusätzliche Kontrollen geplant, berichteten die Polizeipräsidien Oberbayern Süd in Rosenheim und Schwaben Süd/West in Kempten. Man wolle ein „Verkehrschaos“ verhindern. Das sei aber nur mithilfe der Bereitschaftspolizei möglich, sagte eine Polizeisprecherin: „Allein könnten wir das personell nicht stemmen.“

Im Allgäu werden nach Angaben des Polizeipräsidiums unter anderem die Bereiche rund um Füssen, Oberstdorf und Bad Hindelang im Fokus der Beamten stehen.

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Mehr Polizeikontrollen im Allgäu: Wildparker müssen mit Geldbußen rechnen

Wer seinen Wagen unerlaubt in der Natur abstellt, muss mit Geldbußen rechnen. Die liegen im zweistelligen Bereich für das „klassische“ Falschparken im Straßenverkehr. Wer sein Auto in Naturschutzgebieten abstellt oder sogar Wildcamping betreibt, muss mit dreistelligen Geldbußen rechnen, die dann vom zuständigen Landratsamt verhängt werden. „In solchen Fällen dokumentieren wir die Verstöße nur und reichen sie dann an das zuständige Amt zur Verfolgung weiter“, sagt Polizeisprecher Dominic Geißler.

Camping im Laufe der Zeit: 1930er. Im Jahr 1931 erfindet Arist Dethleffs für seine Familie den ersten deutschen Wohnwagen, der „Wohnauto“ hieß.
15 Bilder
Eine kleine Zeitreise durch die Camping-Geschichte
Bild: Dethleffs GmbH & Co. KG

Aber auch auf der Insel Lindau im Bodensee stehen Ausflügler im Fokus der Beamten – allerdings wegen mangelnder Einhaltung der Corona-Regeln. „Wir haben dort das Problem, dass die Abstandsregeln nicht mehr eingehalten werden“, sagte ein Polizeisprecher am Freitag.

Gegen den zunehmenden Ausflugsverkehr hatten am vergangenen Wochenende im oberbayerischen Wallgau rund 200 Anwohner demonstriert, die eine Stunde lang die viel befahrene Bundesstraße 11 blockierten. Die Strecke von Kochel entlang des Walchensees Richtung Mittenwald ist eine besonders beliebte Route, zu den Ausflüglern kommen Scharen von Motorradfahrern. Der Bürgermeister von Kochel am See, Thomas Holz (CSU), hatte bereits im Mai das bayerische Innenministerium aufgefordert, seine Gemeinde bei den Kontrollen durch mehr Polizei zu unterstützen.

Auch auf der Insel Lindau verstärkt die Polizei ihre Präsenz.
Bild: dpa

Seit die Corona-Regeln gelockert wurden, gibt es einen regelrechten Besucheransturm

Die Frage, wie die Touristenströme im Allgäu sinnvoll verteilt und gesteuert werden können, beschäftigt auch Politik und Wirtschaft. Seit die Corona-Regeln gelockert wurden, gibt es einen regelrechten Ansturm von Tagesausflüglern. Die Allgäu Top Hotels etwa hatten kürzlich den Vorschlag gemacht, dass Ausflügler ihr Parkticket bereits von daheim aus buchen. Wenn es am jeweiligen Wunschziel keine freien Parkplätze mehr gibt, sollten die Gäste einen Alternativ-Vorschlag bekommen. Tourismus-Verbandschef Klaus Holetschek hatte für die Region einen „Masterplan gegen Staus und wildes Parken“ ins Spiel gebracht. Auch ein verbessertes Angebot an Bussen und Bahnen spielt bei den Überlegungen eine wichtige Rolle. Der Fahrgastverband Pro Bahn regte ein Allgäuer Familien-Tagesticket für Ausflügler an. (mit dpa)

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