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Germering
22.10.2018

Mordkommission ermittelt gegen mutmaßlichen Geldautomaten-Sprenger

Die Polizei konnte die versuchte Sprengung eines Geldautomaten verhindern. Beim Fluchtversuch der Tatverdächtigen eröffnete die Polizei das Feuer und verletzte einen der Männer.
Foto: Tobias Hase, dpa

Im Fall der versuchten Sprengung eines Geldautomaten in Germering ermittelt nun auch die Kriminalpolizei wegen versuchten Mordes. Ein Verdächtiger ist flüchtig.

Die Polizei hat am vergangenen Mittwoch, 17. Oktober, in Germering bei München einen mutmaßlichen Geldautomaten-Sprenger nach dessen Fluchtversuch angeschossen und verletzt. Laut Polizei wurden bei dem Einsatz in den Morgenstunden zwei Tatverdächtige gestellt, wobei einem davon die Flucht gelang.

Das mutmaßliche Mitglied einer Bande aus den Niederlanden ist immer noch auf der Flucht. In der Nacht auf Mittwoch nahm die Polizei außerdem im Zuge der Ermittlung drei weitere Verdächtige in Gilching fest. Bei dem Einsatz in Germering wurden zudem drei Polizisten verletzt. Inzwischen ermittelt die Kriminalpolizei in diesem Zusammenhang wegen versuchten Mordes.

Germering: Mordkommission ermittelt jetzt gegen Tatverdächtigen

Laut Polizei hatten die Beamten am Mittwoch gegen 2.30 Uhr in Germering im Landkreis Fürstenfeldbruck zwei Tatverdächtige vor einer Filiale der Sparda-Bank nahe des S-Bahnhofs Germering-Unterpfaffenhofen gestellt. Die Polizei geht davon aus, dass die Männer Gas in den Automaten leiten wollten, um ihn zu sprengen und anschließend Geld zu stehlen. Der Zugriff erfolgte der Polizei zufolge noch vor der Sprengung.

Die Verdächtigen versuchten daraufhin mit einem Audi RS 5 zu entkommen. Laut Polizei gelang dies zunächst nicht, da das Fahrzeug vorne und hinten durch Einsatzfahrzeuge eingekeilt war. Schließlich konnte der 27-jährige Fahrer mit seinem 450 PS starken allradangetriebenen Fahrzeug jedoch die Einsatzfahrzeuge verschieben, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Der Mann soll direkt auf drei Polizisten zugefahren sein und dabei einen weiteren SEK-Beamten zwischen den Fahrzeugen eingeklemmt haben. Dieser wurde mit einem Schien- und Wadenbeinbruch ambulant im Krankenhaus behandelt. Neben dem Beamten wurden im Laufe des Zugriffs zwei weitere Polizisten leicht verletzt.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand bewertet die Staatsanwaltschaft München I das Zufahren auf die Polizeibeamten als versuchten Mord sowie gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, teilte das Münchner Präsidium am Montag mit. Daher hat das Kriminalkommissariat 11 (Mordkommission) nun die Ermittlungen hinsichtlich dieses Tatkomplexes übernommen.

Polizei feuerte insgesamt 29 Schüsse auf Auto des Tatverdächtigen

Auch der 27-jährige Tatverdächtige musste nach dem Polizeieinsatz am Mittwoch in eine Klinik. Da laut Polizei die Gefahr bestand, dass dem Verdächtigen die Weiterfahrt gelingt und er bei seiner Flucht weitere Personen gefährden und schädigen könnte, feuerten die SEK-Beamten insgesamt 29 Schüsse auf das Auto ab. Diese seien primär auf das Fahrzeug gerichtet gewesen und beschädigten den Ermittlungen zufolge besonders die Reifen. Der Fahrer wurde dabei von zwei Schüssen im Bereich der linken Schulter getroffen. Wie schwer seine Verletzungen sind, war zunächst nicht bekannt. Lebensgefahr habe für den Mann jedoch keine bestanden.

Der 27-Jährige konnte schließlich trotz Gegenwehr festgenommen werden, so die Polizei. Dem zweiten Verdächtigen gelang die Flucht zu Fuß. Bei dem Mann besteht laut Polizei keine Gefahr für die Bevölkerung, dennoch fahnde man mit Hochdruck nach dem Tatverdächtigen. Trotz eines Großaufgebots mit Hubschrauber, blieb die Suche in der Region bislang erfolglos.

Vier Mitglieder der Bande aus den Niederlanden sitzen in U-Haft

Wenige Stunden nach dem Vorfall hatten Spezialisten des Landeskriminalamts am Mittwochvormittag den Tatort in Germering untersucht, um zu klären, wie viele Schüsse die Elite-Polizisten abgegeben hatten. Die von der Bank flüchtenden Männer waren nach ersten Erkenntnissen der Ermittler nicht bewaffnet.

Im Zuge der Ermittlungen hat die Polizei noch in derselben Nacht bei einer zweiten Aktion im nahe gelegenen Gilching (Landkreis Starnberg) drei weitere mutmaßliche Geldautomaten-Sprenger in deren Privatwohnungen festgenommen. Die Polizei spricht von einer "hochprofessionellen und sehr brutalen Bande".

Gegen den 27-jährigen Fahrer des Fluchtwagens aus Germering und die drei weiteren Festgenommenen aus Gilching wurde durch den Haftrichter Untersuchungshaft angeordnet, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Die zwei Frauen und zwei Männer sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.

Die Ermittler prüfen nun, ob die Bande aus den Niederlanden für vier Geldautomaten-Sprengungen in diesem Jahr im Raum München verantwortlich ist. Die Ermittlungen werden mit Hochdruck durch das Kriminalfachdezernat 5 geführt, heißt es aus München. (ahell/dpa)

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Die Diskussion ist geschlossen.

18.10.2018

Das sind die direkten Folgen der EU Osterweiterung in den Schengenraum und die Grenzenlosigkeit seit 2015. Leider werden die Folgen nur unzureichend thematisiert. Neben illegalen Kindergeldbezug nutzen die Banden die Grenzenlosigkeit zu Beutezügen in ganz Europa. Während die bayerische Polizei nicht mal nach Thüringen Täter verfolgen darf, nutzen kriminelle Banden und Terroristen diese Tatsache aus. Schauderhaft!

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17.10.2018

Leider ist es in unserem Land so, wenn Polizisten auf Verbrecherjagd schwer verletzt oder gar getötet werden, ist das minder wichtig.
Da berichtet fast niemand, wie den Hinterbliebenen geht. Nur dem Schwerverbrecher darf nichts passieren. Wehe er wird aus Notwehr von einem Polizisten angeschossen oder gar erschossen, dann ist der Polizist ein Mörder. Dabei rettet er sein Leben, das Leben seiner Kollegen oder anderen Menschen.
Unsere Gesetze sind reformbedürftig. Fast alle. Lieber Gott, gib mir bitte nie die Macht, in diesem Land was zu ändern. Da würden heute noch die "Köpfe" rollen. Im übertragenen Sinne! Gefängnis ab 10 Jahre aufwärts reicht.
Auch in diesem Sinne.
HR

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17.10.2018

Das Vorgehen war schon recht robust...

https://www.handelsblatt.com/images/panzerknacker-erwischt/23197648/3-format2002.jpg

Die Kugel welche die Schulter getroffen hat, hätte den Täter auch vollständig neutralisieren können.

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