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Gesundheit

24.02.2015

Grippewelle überschwemmt Schwabens Kliniken

Wichtige Utensilien für Grippekranke. Tausende hat es erwischt.
Bild: Arno Burgi/dpa

Wegen zu vieler Influenza-Patienten reichen in manchen Krankenhäusern die Zimmer nicht. In diesem Fall werden die Betten auf den Flur gestellt. Auch Hausarztpraxen sind überfüllt.

Patienten, die in ihren Betten auf dem Flur oder in einem Aufenthaltsraum liegen – um die Vielzahl an Grippe-Kranken aufnehmen zu können, müssen manche Kliniken derzeit schon solche Ausweichmöglichkeiten nutzen. Auch viele Ärzte und Pfleger haben sich schon mit dem Virus angesteckt und sich selbst krank gemeldet. Das verschärft die Situation an den Krankenhäusern zusätzlich. In manchen Kliniken in der Region herrscht Ausnahmezustand.

Grippewelle: Längere Wartezeiten für Patienten

Influenza-Kranke müssen isoliert werden – damit sie die Viren nicht an andere Patienten übertragen. „Deshalb haben wir viele Zwei- und Dreibett-Zimmer mit nur einer Person belegt und abgeriegelt“, erklärt der Ärztliche Direktor der Kreisklinik Mindelheim, Dr. Peter Steinbigler. „Zwischendrin“ habe man „den einen oder anderen Patienten auch auf dem Gang stehen lassen müssen“, sagt er.

Arztzimmer, Untersuchungszimmer und Aufenthaltsräume wurden in den Krankenhäusern in Ottobeuren und Mindelheim schon zu Patientenzimmern umfunktioniert. Die Belastungen für das Pflegepersonal seien „wahnsinnig hoch“, sagt Steinbigler.

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Auch im Klinikum Augsburg sei „die Frequentierung“ wegen der Grippewelle derzeit hoch, erklärt Sprecherin Ines Lehmann: „Das schlägt sich besonders in der Notaufnahme nieder.“ Für alle Patienten, die nicht lebensbedrohlich erkrankt sind, könne es deshalb zu längeren Wartezeiten kommen – oder dazu, „dass nicht sofort ein freies Zimmer zur Verfügung steht“.

Influenza: Deutschlandweit 18.000 Fälle bestätigt

Im Klinikum Kempten hat die Zahl der Influenza-Fälle gerade am vergangenen Wochenende „stark zugenommen“, sagt Sprecherin Christine Rumbucher. Genaue Zahlen dazu hat sie nicht. Die Situation sei aber „noch kein Problem“, erklärt sie – obwohl in der Notaufnahme auch durch die zusätzlichen Influenza-Patienten „zurzeit sehr viel zu tun ist“.

„Die Situation ist schon problematisch“, sagt Dr. Thomas Eberl, Chefarzt an den Donau-Ries-Kliniken Donauwörth, Oettingen und Nördlingen. Schon seit November seien immer wieder Ärzte oder Pfleger krankgeschrieben, weil sie sich selbst mit Influenza angesteckt haben. Die Zahl der Betten sei an den Kliniken derzeit aber noch ausreichend – weil es in dieser Saison weniger Magen-Darm-Erkrankungen gibt als sonst und so Plätze für Influenza-Patienten frei sind.

Offiziellen Angaben zufolge sind deutschlandweit in dieser Saison bisher 18.000 Menschen an der Grippe erkrankt. Doch gezählt worden sind dabei nur die Fälle, die im Labor bestätigt wurden. Und das sind wahrscheinlich die wenigsten.

Schulen: Viele Lehrer und Schüler krankgeschrieben

Rund zwanzig Krankmeldungen wegen Grippe stellt Dr. Jakob Berger, der schwäbische Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, derzeit täglich aus – in anderen Zeiten sind es zwei oder drei, sagt er. Und: „Es ist zur Zeit schon sehr heftig.“ Berger, der eine Hausarzt-Praxis in Meitingen betreibt, weiß nach Gesprächen mit seinen Kollegen: Die Situation ist bei allen Hausärzten in der Region ähnlich.

Auch die Schulen sind von der Grippewelle betroffen. Wie viele Lehrer und Schüler erkrankt sind, kann das Kultusministerium nicht sagen. Zu größeren Unterrichtsausfällen sei es bisher nicht gekommen, heißt es. Und: Sind zu viele Schüler krank, verlangsamen die Lehrer das Unterrichtstempo und machen zusätzliche Wiederholungs-Übungen.

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