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Gefahr bei Terroranschlägen

18.06.2009

Grüne wollen Auskunft über geheimes Atom-Gutachten

Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen des Atomkraftwerks Gundremmingen (Archivfoto vom 5.10.2001). Am größten deutschen Atomkraftwerk hat ein Kurzschluss zur Abschaltung des Kraftwerk-Blocks C geführt. Nach Angaben der Betreiber vom Dienstag (10.08.2004) war der Block nach einem Brennelementewechsel und Revisionsarbeiten am 5. August wieder angefahren worden. Unmittelbar danach kam es im Generator zu dem Kurzschluss. Der Block wurde abgeschaltet. Atomkraftgegner warfen dem Betreiber von Deutschlands größtem Kernkraftwerk vor, «ernste Probleme» im Block C der öffentlichkeit verheimlicht zu haben. Foto: Stefan Puchner dpa/lby
Bild: pu/hpl/le/h

Die Grünen haben von der Staatsregierung die Veröffentlichung eines Geheimgutachtens zu den Folgen möglicher Terroranschläge auf Atomkraftwerke gefordert.

Nach der Untersuchung der Länderkommission Kerntechnik aus dem Jahr 2002 könnten drei deutsche Atomkraftwerke einer Terrorattacke mit einem Verkehrsflugzeug standhalten. Nach Angaben aus Regierungskreisen wurden bei der Studie jedoch überhaupt nur die drei modernsten Kernkraftwerke untersucht, nicht die älteren Meiler. In einer neueren Studie der Gesellschaft für Reaktorsicherheit sei 2004 bestätigt worden, dass die bayerischen Atomkraftwerke auch für Terroranschläge ausgelegt seien.

Die Grünen dagegen verwiesen darauf, dass laut einem Vermerk des hessischen Umweltministeriums bei den anderen Kraftwerken im Falle "eines Aufpralls auf das Reaktorgebäude mit schweren bis katastrophalen Freisetzungen radioaktiver Stoffe zu rechnen" sei.

Das dienstälteste bayerische Atomkraftwerk Isar 1, aber auch die Reaktoren in Grafenrheinfeld und Gundremmingen wären im Falle eines Anschlags hochgradig gefährdet, warnte der energiepolitische Sprecher Ludwig Hartmann. "Die Staatsregierung hat hier ganz offensichtlich versucht, unangenehme Untersuchungsergebnisse zu vertuschen und die Risiken von Terroranschlägen gegen Atomkraftwerke unter der Decke zu halten." Das Umweltministerium verwies darauf, dass solche Studien aus Sicherheitsgründen grundsätzlich geheim gehalten werden. "Einzelheiten zu Schutzmaßnahmen machen der Bund und alle Länder aus polizeilichen und sicherheitstechnischen Gründen nicht öffentlich", sagte eine Sprecherin. Die bayerischen Kernkraftwerke entsprächen hohen Sicherheitsstandards und würden laufend überprüft.

"Wir brauchen dringend Klarheit darüber, welches Gefährdungspotenzial die fünf Atomkraftwerke in Bayern für die Bürgerinnen und Bürger wirklich darstellen", verlangte der Grünen- Abgeordnete Hartmann.

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