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Landtagswahl 2018

06.02.2018

Grünes Duo setzt auf Konzepte statt auf Krawall

Ludwig Hartmann hatte sich gegen Thomas Gehring durchgesetzt.
Bild: Andreas Gebert, dpa

Katharina Schulze aus München und Ludwig Hartmann aus Landsberg führen die Grünen in den Wahlkampf. Anstatt sich am Gegner abzuarbeiten, wollen sie Lösungsvorschläge machen.

Die beiden Fraktionschefs der Grünen im Landtag, Katharina Schulze, 33, und Ludwig Hartmann, 39, werden die Grünen auch im Landtagswahlkampf als Spitzenkandidaten anführen. Das ist das Ergebnis der parteiinternen Urwahl, an der sich mehr als die Hälfte der rund 9400 Mitglieder der Grünen in Bayern beteiligten. Schulze, die keine Gegenkandidatin hatte, wurde mit knapp 90 Prozent der Stimmen gewählt. Hartmann konnte sich mit knapp 66 Prozent gegen den Allgäuer Landtagsabgeordneten und Fraktionsgeschäftsführer Thomas Gehring, 59, durchsetzen, der knapp 30 Prozent der Stimmen erhielt.

Gehring trug seine Niederlage mit Fassung. Er sei, so sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion, von Anfang an Außenseiter gewesen und habe „in etwa so abgeschnitten“, wie er es erwartet hatte. Er nehme aber für sich in Anspruch, dass es ohne seine Kandidatur weder die Urwahl, noch „die vielen guten Diskussionen mit der Basis“ gegeben hätte. Dies sei für die Partei ein „guter Prozess“ zum Start in das Landtagswahljahr gewesen.

"Mit Draufhauen begeistert man nicht"

Schulze und Hartmann sehen sich mit ihren Ergebnissen für den Wahlkampf gestärkt. Sie kündigten an, sich nicht am politischen Gegner abarbeiten, sondern eigene Konzepte zur Lösung der landespolitischen Aufgaben vorlegen zu wollen. „Mit Draufhauen begeistert man nicht“, sagte Hartmann. Er wolle vielmehr „benennen, was konkret getan und geändert werden kann.“ Schulze kündigte einen „Haltungswahlkampf“ an. Sie sagte: „Es geht darum, unsere Demokratie zu verteidigen und unser liebenswertes Bayern zu schützen“. Als Schwerpunkte nannten die beiden den Umwelt- und Klimaschutz, den Wohnungsbau, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, Bildung und Digitalisierung sowie das Ziel einer „giftfreien Landwirtschaft“.

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Die Landesvorsitzenden der Grünen, Sigi Hagl und Eike Hallitzky, sehen in der Wahl des jungen Spitzenduos einen Generationenwechsel in der Partei. „Unsere Mitglieder haben sich für ein frisches, aber eingespieltes Team entschieden“, sagte Hagl. Der Partei stehe nun „einer der härtesten, aber spannendsten Wahlkämpfe“ bevor. Erstmals sei eine Regierungsbeteiligung im Bereich des Möglichen. Die Zeiten absoluter Mehrheiten seien vorbei.

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