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Nach Unfall in Kempten

15.05.2012

Herrmann: Kein Bedienfehler am Schaufelbagger

Baggerunfall Kempten
8 Bilder
Der Bagger mit der zerquetschten Fahrerkabine wird abtransportiert.
Bild: Ralf Lienert

Joachim Herrmann sitzt nach seinem Bagger-Unfall von Montagabend heute schon wieder in einer Kabinettssitzung. Wer Schuld hat, wird noch ermittelt.

Einen Tag nach dem Bagger-Unfall in Kempten, bei dem Joachim Herrmann verletzt wurde, ist der Bayerische Innenminister wohl behalten zurück in München. Wenige Minuten nach dem Unglück, als Herrmann mit einem Schaufelbagger umgekippt war, ging er mit Schürfwunden, Schnitten im Gesicht und Prellungen schon wieder ans Mikrofon: „Die Wünsche zum unfallfreien Verlauf haben leider nicht lange gehalten“, scherzte er. Erleichtert klatschten die 100 Gäste bei dem Spatensitch für den neuen Illerübergang in Kempten Beifall, nachdem sich der Schrecken gelegt hatte.

Herrmann will keinen Bedienfehler gemacht haben

Ganz so locker nahm es der Baggerführer der Baufirma Max Wild aus der Nähe von Memmingen nicht. Er konnte sich vor dem umstürzenden Bagger selbst gerade noch in Sicherheit bringen. Der junge Mann erlitt einen Schock und wurde von einer Arbeitskollegin nach Hause gebracht. Er hat Herrmann vor dem Unfall eine Einweisung gegeben, versuchte neben ihm bis zuletzt den Unfall zu verhindern. Vergebens. Herrmann sagte heute unserer Redaktion, er habe gedacht "wann hört das endlich auf", als das Glas des Führerhauses splitterte und sich der grüne Metallriese in den Waldboden grub. Nur der Baggerarm verhinderte, dass er eingequetscht wurde, so Herrmann. Der Innenminister hatte das Gefühl, dass der weiche Waldboden unter dem 40 Tonnen schweren Bagger nachgegeben hatte. "Eine andere Erklärung ist für mich schwer denkbar", sagt Herrmann. Er meint, dass er keinen Bedienfehler gemacht habe.

Ohne Führerschein im Bagger

Laut der Sprecherin der Baufirma, Susanne Fischer, würden oft Politiker bei Spatenstichen in Baumaschinen gesetzt. "Das freut die richtig, wenn sie sich einmal in einen Bagger reinsetzen können", sagt Fischer. Auch ohne Baggerführerschein dürften Politiker in das Führerhaus. "Einen Führerschein braucht man dafür nicht. Den braucht man nur auf öffentlichen Straßen", sagt der Sprecher des Ministers, Oliver Platzer. Einen solchen Unfall hat es laut Fischer bei ihrer Firma noch nie gegeben. Die Polizei in Kempten untersucht derzeit, wer den Unfall zu verantworten hat.

Mensch und Maschine versichert

Die Zukunft des Schaufelbaggers dürfte sich vorerst in der Werkstatt abspielen. Wer für den Schaden an dem Baugerät aufkomme, kläre derzeit die Rechtsabteilung der Baufirma, sagt Susanne Fischer. "Bei uns sind Mensch und Maschine versichert", sagt die Sprecherin der Baufirma. Alle Beteiligten müssten für die Berufsgenossenschaft und die Unfallversicherung derzeit ausführliche Angaben machen. Herrmann jedenfalls kündigte schon Konsequenzen an: Bei Terminen auf Bauplätzen werde er wieder mit dem "guten alten bayerischen Spaten" posieren. Auch wenn dann jedes Foto gleich ausschaut.

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