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CSU

23.11.2017

Heute geht es um die Zukunft von Horst Seehofer

Die CSU erwartet am Donnerstag Antworten von ihrem Chef Horst Seehofer.
Bild: Michael Kappeler, dpa (Archiv)

Die CSU erwartet am Donnerstag Antworten von ihrem Chef Horst Seehofer. Kämpft er um seine Ämter? Oder gibt er zumindest eines davon auf?

Die Friedenspflicht in der CSU ist abgelaufen. Bis zum Abschluss der Jamaika-Sondierungen hatte sich die Partei vorgenommen, ihre Führungsdebatte zumindest nicht in aller Öffentlichkeit auszutragen. Das ist ihr schon in den vergangenen Wochen nicht wirklich gelungen. Doch nun, da Jamaika als frustrierendes Abenteuer abgehakt ist, steht die Frage, wie es mit Horst Seehofer weitergeht, ganz oben auf der Tagesordnung. Heute geht es für den Parteivorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten um sein politisches Schicksal.

Fakt ist: Viele sehen in ihm den Schuldigen für das desaströse Ergebnis bei der Bundestagswahl. Mittags stellt sich Seehofer der aufgeregten Landtagsfraktion, am Abend trifft sich der Parteivorstand. Die CSU erwartet von ihrem Chef eine Antwort, wie er sich die eigene Zukunft vorstellt. Gibt er zumindest eines seiner Ämter ab? Oder sogar beide? Geht er im Kampf um ein würdiges Ende seiner Karriere ein letztes Mal in die Offensive? Ausgeschlossen ist nichts.

Während sich Seehofer in Berlin die Nächte um die Ohren schlug, um über eine Koalition mit FDP und Grünen zu diskutieren, tobten daheim in Bayern die Grabenkämpfe. Nach außen hin eher passiv, aber doch mittendrin: Markus Söder. Der bayerische Finanzminister will am liebsten Ministerpräsident und CSU-Chef werden. Und obwohl er viele Anhänger hat, gibt es doch auch eine Menge Leute in der Partei, die genau das verhindern wollen – allen voran Seehofer selbst.

Große Sorge in der CSU: Geht die Dauerfehde weiter?

Vieles deutet deshalb auf eine Ämtertrennung hin. „Es kann richtig und notwendig sein, die Berliner Ebene und die Münchner Ebene getrennt aufzustellen“, sagt ein Insider im Gespräch mit unserer Redaktion. Und fügt sicherheitshalber hinzu: „Das klappt aber nur, wenn der Ministerpräsident in Bayern nicht dauernd den Parteichef in Berlin ärgert.“

Genau da liegt das Problem. Dass Seehofer im Herbst noch einmal als Spitzenkandidat bei der Landtagswahl antreten darf, glaubt kaum noch jemand. Wird er aber Mitte Dezember als Parteichef wiedergewählt und wechselt nach Berlin, ist es schwer vorstellbar, dass eine Doppelspitze Seehofer/Söder auf Dauer harmonieren oder wenigstens funktionieren würde. Die Sorge in der CSU ist groß, dass die jahrelange Dauerfehde weitergeht. „Wir müssen die ausgehobenen innerparteilichen Gräben überwinden und zur legendären Geschlossenheit der CSU zurückkehren“, fordert Partei-Vize Manfred Weber in einem Gastbeitrag in der Welt .

Doppelspitze mit wenigen Gemeinsamkeiten: Horst Seehofer und Markus Söder, hier beim Parteitag der CSU 2015.
16 Bilder
Der Mann, der nicht aufhören kann: Horst Seehofer
Bild: Peter Kneffel, dpa

Für die Attacken aus dem Söder-Lager auf den angeschlagenen Anführer hat er wenig Verständnis. „Wir müssen Horst Seehofer Respekt entgegenbringen“, fordert der Europapolitiker, der selbst als Kandidat für eines der Spitzenämter gehandelt wird. Als ein Kandidat von vielen. Dass sich Seehofer heute kampflos geschlagen gibt, halten CSU-Kenner für eher unwahrscheinlich. Zu groß ist sein Ärger über die Demütigungen der letzten Tage. Selbst wenn er nicht ein weiteres Mal antritt, ist es gut möglich, dass er sein Amt als Ministerpräsident bis zur letzten Minute behalten will. Heute Abend gibt es erste Antworten. Für Söder könnte die Zeit des Wartens auch nach dem lange ersehnten „Tag der Entscheidung“ nicht vorbei sein.

Uli Bachmeier und Henry Stern erzählen hier die Geschichte einer Partei , die Machtwechsel seit jeher als großes Drama inszeniert hat.

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