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Ostallgäu

06.06.2019

Hunderte Menschen wollen den Überlebenden der Haus-Explosion helfen

Nach der Explosion war von dem einstigen Wohnhaus nicht mehr viel übrig. Bei der Katastrophe kamen ein Familienvater und ein Kind ums Leben.
Bild: Martina Diemand

Plus Ein Familienvater und seine kleine Tochter starben bei der Explosion eines Hauses in Rettenbach. Nun erlebt der Ort eine Welle der Hilfsbereitschaft.

Nach dem verheerenden Unglück im Ostallgäuer Rettenbach am Auerberg registriert der Allgäuer Hilfsfonds eine Spendenbereitschaft, wie die Verantwortlichen es selten erlebt haben. Auch Rettenbachs Bürgermeister Reiner Friedl ist überrascht: „Die Hilfsbereitschaft ist überwältigend“, sagt er. Das führt der Rathauschef auf die „funktionierende Dorfgemeinschaft“ zurück. Friedl sagt: „Die Familie hat diese Hilfe auch bitter nötig.“

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Mutter liegt nach Explosion in Rettenbach in Spezialklinik

Bei der Explosion waren der Familienvater, 42, und eine siebenjährige Tochter ums Leben gekommen. Die 39 Jahre alte Mutter hatte die Explosion mit schwersten Brandverletzungen überlebt. Sie liegt nach wie vor in einer Spezialklinik. Die beiden neun und fünf Jahre alten Söhne hatten sich zum Unglückszeitpunkt nicht im Haus aufgehalten und blieben unverletzt. Sie sind jetzt bei Verwandten untergebracht. Das Haus ist total zerstört.

Noch am Unglücksabend hatte sich der Allgäuer Hilfsfonds eingeschaltet. 30.000 Euro Soforthilfe wurden umgehend bereitgestellt. Die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung, hilft mit 10.000 Euro, die Stadt Buchloe stellt 2000 Euro bereit.

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Eine derart hohe Betroffenheit und Anteilnahme im gesamten Allgäu und sogar über die Region hinaus habe er noch nicht erlebt, sagt Simon Gehring, Schatzmeister des Allgäuer Hilfsfonds. Dabei sind es nicht nur die großen Beträge, die überraschen. Auch kleine Gaben zeugen von großen Herzen. Beispielsweise spendeten Kommunionkinder Geld, das sie als Geschenk erhalten hatten.

Kommunionkinder, Vereine und Firmen spenden für die Überlebenden

Vereine veranstalteten Benefiz-Aktionen – Fußballer, Trachtler, die Landjugend oder Musiker. Zum Beispiel die Vereine aus Huttenwang bei Aitrang im Ostallgäu: Spontan spendeten die Musikkapelle, die Rappentaler Oldtimerfreunde und die Freiwillige Feuerwehr des 365 Einwohner zählenden Dorfes jeweils 500 Euro, der Schützenverein 150 Euro. In Weißensee bei Pfronten organisierten junge Leute einen Frühschoppen mit Musik und Tombola. Viele Gäste kamen und die „Hüttenhockar“ nahmen 1000 Euro ein, die sie für die Rettenbacher Familie überwiesen. Auch die Belegschaft des Allgäuer Brauhauses startete eine Sammelaktion. Und die Geschäftsführung versprach, die erzielte Summe zu verdoppeln.

Egal ob Frauenbund, Landjugend, Feuerwehren oder viele Einzelpersonen: Mehrere hundert Spenden seien eingegangen, sagt Simon Gehring vom Hilfsfonds. Dieser wurde vor über 20 Jahren ins Leben gerufen und will Menschen im Allgäu helfen, die unverschuldet in Not geraten sind. Vorsitzender Gebhard Kaiser sagt: „Die enge Verbindung zu Landkreisen und Gemeinden ist besonders wichtig.“ Vergangenes Jahr schüttete der Hilfsfonds 250.000 Euro für 126 Fälle aus. Jede Spende komme zu 100 Prozent bei Bedürftigen an, sagt Gehring. Es gebe keine Verwaltungskosten.

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