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Donauwörth

28.11.2018

Im Ankerzentrum gibt es wieder häufiger Ärger

Immer wieder kommt es im Ankerzentrum in Donauwörth zu Auseinandersetzungen zwischen den Bewohnern und den Mitarbeitern, bei denen die Polizei eingreifen muss.
Bild: Wolfgang Widemann (Symbolbild)

Plus Auseinandersetzungen um eine Semmel und Ärger bei Kontrollen: In der Donauwörther Einrichtung krachte es zuletzt. Die Ursachen sind oft Lappalien.

Die Situation im Ankerzentrum in Donauwörth (Landkreis Donau-Ries) beruhigt sich einfach nicht. Am Wochenende ist es dort einmal mehr zu Ausschreitungen gekommen. Bei einem Einsatz waren zahlreiche Polizeistreifen aus Donauwörth, Rain und Augsburg vor Ort. Der Grund für den Vorfall war so banal wie skurril.

Ein 20-jähriger Nigerianer hatte sich aufgeregt, weil er beim Abendessen keine weitere Semmel mehr bekommen hatte. 50 weitere Bewohner solidarisierten sich daraufhin mit dem Störenfried, der im weiteren Verlauf der Auseinandersetzungen eine Bierbank durch eine Scheibe warf. Den Rädelsführer nahm die Polizei schließlich in Gewahrsam, nach einer Nacht hinter Gittern wurde er am Sonntag zurück in die Einrichtung gebracht. Doch am Montagabend musste die Polizei schon wieder anrücken. Wegen „Selbstgefährdung“ nahmen die Beamten ihn erneut mit, teilt Karl-Heinz Meyer, Pressesprecher der Regierung von Schwaben, mit.

Die Regeln bei der Essenausgabe im Ankerzentrum sind eigentlich klar

Laut Meyer sind die Regeln bei der Essenausgabe eigentlich klar: Zum Frühstück erhält jeder Bewohner zwei Semmeln, zum Abendessen eine. Brot und Toast bekomme jeder ohne Begrenzung. „Diese Regel war auch dem nigerianischen Bewohner bekannt, der seit September in der Einrichtung wohnt“, erklärt Meyer. Warum es in den vergangenen Wochen wieder vermehrt zu Auseinandersetzungen kam, kann Meyer nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Die Verlegung von Bewohnern in zwei Außenstellen in Augsburg hatte zum Ziel, die Donauwörther Einrichtung zu entlasten.

Im Ankerzentrum gibt es wieder häufiger Ärger

Erst am Montagnachmittag wurden 40 Bewohner in die Unterkunft am Augsburger Kobelweg verlegt. Durch diesen Schritt sind in der ehemaligen Kaserne zum ersten Mal seit längerer Zeit weniger als 700 Asylsuchende untergebracht.

In der jüngeren Vergangenheit war es auch bei den Einlasskontrollen zu Vorfällen gekommen. So zum Beispiel, als ein Gambier auf das Gelände wollte, der dort Hausverbot hat und mittlerweile in Augsburg lebt. Zur Gewährleistung der Sicherheit und Ordnung seien wirksame Einlasskontrollen unerlässlich, sagt Meyer. Die damit einhergehenden Wartezeiten führen zu Unmut, ließen sich bei großem Andrang aber nicht vermeiden.

Streit entzündet sich oft an Lappalien

Thomas Scheuerer, Leiter der Polizeiinspektion in Donauwörth, hat die Beobachtung gemacht, dass die Auseinandersetzungen sich oft an Lappalien entzünden. „Meine Erfahrung ist, sobald einer laut wird, solidarisiert sich eine Vielzahl von Leuten mit ihm. Ich habe den Eindruck, dass viele gar nicht wissen, worum es geht“, sagt Scheuerer.

Währenddessen wurde der Sicherheitsdienst im Donauwörther Ankerzentrum um vier weitere Mitarbeiter rund um die Uhr aufgestockt – mit den aktuellen Ereignissen soll das aber nicht direkt zu tun haben. Aufgrund dieser Vorfälle plant die Regierung von Schwaben gemeinsam mit der Polizei und dem Gewaltschutzbeauftragten erneut Info-Veranstaltungen für die Bewohner, wie sie bereits nach den Ausschreitungen im März stattfanden. Dadurch wolle man die Akzeptanz der Asylbewerber für das Einhalten der Regeln erhöhen, so der Sprecher.

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