Newsticker

Bund schlägt Ausschankverbot für Alkohol und Beschränkung auf 25 Personen bei privaten Festen vor
  1. Startseite
  2. Bayern
  3. Im Dunkeln kann schon mal ein Licht aufgehen

Der Bonifaz meint...

06.03.2009

Im Dunkeln kann schon mal ein Licht aufgehen

Dass der Mensch seine lichtesten Momente auch bei völliger Dunkelheithaben kann, ist nicht so ungewöhnlich und wird in aller Regel auchnicht bestritten. Und nicht alle, die das Licht scheuen, müssen Bösesim Schilde führen. Es soll Menschen geben, denen geht erst in derFinsternis, also wenn es zappenduster wird, ein Licht auf.

Dass der Mensch seine lichtesten Momente auch bei völliger Dunkelheit haben kann, ist nicht so ungewöhnlich und wird in aller Regel auch nicht bestritten. Und nicht alle, die das Licht scheuen, müssen Böses im Schilde führen. Es soll Menschen geben, denen geht erst in der Finsternis, also wenn es zappenduster wird, ein Licht auf.

Andere wieder sind sorgfältig darauf bedacht, ihr Licht strahlen zu lassen und selbiges nicht unter den Scheffel zu stellen, auch wenn der Bonifaz den dringenden Verdacht hegt, dass es sich mehrheitlich bei diesen Zeitgenossen um solche handelt, von denen man landläufig behauptet, dass sie nicht gerade ein großes Licht sind, ihre Umgebung aber gerade deswegen gerne hinter selbiges zu führen versuchen. Außerdem sagt ja schon eine alte Volksweisheit, dass viel Schatten ist, wo viel Licht glänzt.

Es ist also Vorsicht geboten, wenn gar so viel von strahlendem Licht die Rede ist. Drum wird der Bonifaz außerordentlich misstrauisch angesichts der unvermindert anhaltenden Diskussion um ein strahlendes Objekt, das generationenlang unter dem Namen Glühbirne bekannt und beliebt gewesen ist. Im Zuge einer heißen Umweltdebatte um den Klimawandel beginnt selbige Lichtquelle auf einmal gefährlich an zu flackern und droht von Gesetzes wegen in düsterer Zukunft ganz zu erlöschen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der Bonifaz hockt etwas irritiert und ratlos unter der Stehlampe in seinem weich gepolsterten Lesesessel und sieht sich, die ab September nächsten Jahres im Jahresrhythmus stufenweise in Kraft tretenden Lichtbeschränkungen der Europäischen Union im Kopf, in der dunklen Stube ratlos bei Kerzenlicht in der Zeitung blättern. Dunkle Erinnerungen an längst vergessene Kriegszeiten gehen im Kopf um, Zeiten, in denen der berüchtigte Kohlenklau unter strenger Strafandrohung Verzicht auf Energie gefordert hat.

Heute hat der "Kohlenklau" das Gesicht vom Umweltminister Gabriel und anderen Gestalten, die unsereins eine düstere Zukunft prophezeien, wenn wir nicht unverzüglich und in streng festgesetzten Fristen bis zum Jahr 2016 die gewohnten Lichtquellen in der Stube durch "energieeffiziente Leuchtkörper" ersetzt haben. Dass die EU-Parlamentarier, die Lichtgestalten, denen das Volk die neue Erleuchtung verdankt, in ihrer unbeschränkten Regelungswut unsereinem etwas zumuten, was sie nach eigener Bekundung ansonsten dem Wahlvolk durch den Erlass strenger Auflagen ersparen wollen, nehmen sie, wie man so schön sagt, billigend in Kauf. Die Energiesparlampen sollen nämlich, wie der Bonifaz gelesen hat, giftiges Quecksilber enthalten.

Was uns aus Brüssel sonst noch erwarten könnte, hat ein erboster Bürger kürzlich so formuliert: Ich freu' mich schon auf die neue Vorschrift zur Kontingentierung der in Europa zulässigen Toilettenspülvorgänge. Nicht ausgeschlossen, dass findigen Politikern das auch noch einfällt. Die legendäre Verordnung zum Krümmungsgrad der Banane lässt grüßen, gell.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren