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27.02.2018

Im großen Stil Daten gestohlen?

Mutmaßlicher Hacker festgenommen

In Köln ist Anfang Februar ein 24-jähriger Mann festgenommen worden, der in großem Stil Daten im Internet gestohlen und weiterverkauft haben soll. Die Zentralstelle für Cybercrime Bayern und Computerspezialisten der Kriminalpolizei Ingolstadt hatten fast eineinhalb Jahre in dieser Sache ermittelt, wie die zuständige Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Montag mitteilte. Auslöser war die Anzeige eines Online-Versandhändlers aus dem Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord gewesen. Der Händler hatte Mitte 2016 einen Angriff auf seinen Webserver gemeldet.

Dabei soll der mutmaßliche Hacker rund eine halbe Million Kundendatensätze abgegriffen und später auf diversen Seiten mit Gewinn an interessierte Netz-Kriminelle weiterverkauft haben. Diese wiederum hätten die dann für betrügerische Bestellungen genutzt.

Wie die Cyber-Spezialisten im Zuge der Ermittlungen herausfanden, sei der Kölner bereits zuvor gute eineinhalb Jahre auf einem einschlägig bekannten Forum im Netz unterwegs gewesen. Unter Pseudonym soll er auch dort „in einer Vielzahl von Fällen“ Zugangsdaten von Online-Zahlungsdienstleistern zum Kauf angeboten haben. Diese wiederum habe er über sogenannte Phishing-Mails ausgespäht. An die Versandadressen dafür soll er gekommen sein, weil er zuvor verschiedene Webshops gehackt habe.

Als die Polizei am 6. Februar in Köln zugriff, kam auch eine Spezialeinheit zum Einsatz. Die Beamten stellten einen Computer, drei Han–dys, zwei Laptops und diverse Speichermedien sicher. Erste Auswertungen des Beweismaterials hätten den weiteren Angaben der Generalstaatsanwaltschaft zufolge den Verdacht gegen den Mann erhärtet. Zudem hätten sich Hinweise auf weitere Straftaten ergeben. Der Beschuldigte sitzt inzwischen wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft. Wie hoch der mutmaßlich entstandene Schaden sein könnte, steht nach Angaben eines Polizeisprechers noch nicht fest. Die Ermittlungen laufen.

Die in Bamberg angesiedelte Zentralstelle Cybercrime gibt es in Bayern seit Anfang 2015. Die Ermittler kümmern sich um die gesamte Breite von Netzkriminalität.

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