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Oberallgäu

02.11.2015

In weniger als sieben Minuten hinauf auf den Grünten

Ein schweizer Investor hat große Pläne. Er will am Grünten unter anderem eine Zehner-Gondelbahn mit Bergstation bauen.
Bild: Ralf Lienert

Ein schweizer Investor will in Kranzegg eine Zehner-Gondelbahn mit neuer Bergstation bauen. 2400 Menschen sollen pro Stunde damit befördert werden. Und das ist noch nicht alles.

Das nächste Skigebiet im Oberallgäu soll geliftet werden: Für die Grüntenlifte im Rettenberger Ortsteil Kranzegg sind eine Zehner-Kabinenbahn – sie soll im Winter und im Sommer laufen – sowie eine Bergstation mit Restaurant auf dem Grüntenplateau vorgesehen. Die Pläne dafür liegen seit fast zwei Jahren in der Schublade. Nach langer Suche hat die Inhaberfamilie Prinzing, die die Lifte seit 1970 betreibt, nun einen Investor für das Konzept gefunden.

Gregor Wallimann von der Edelweiss Lifestyle Group aus der Schweiz will auch „die alten Schlepplifte durch neue und zeitgemäße Fördergeräte ersetzen“, wie er ankündigt. Ebenso soll es weitere Freizeitattraktionen geben. Welche Angebote an den Grünten hinkommen, will der Schweizer aber erst mal prüfen lassen.

Anpacken will Wallimann den Bau der neuen Bahn – sie soll laut Konzept 2400 Menschen pro Stunde in weniger als sieben Minuten von der Talstation zur neuen Bergstation befördern – „so bald wie möglich“. Das Ganze könne aber nur umgesetzt werden, wenn mit den Grundstücks-Eigentümern die Nutzungsverträge unterzeichnet werden und die Bauerlaubnis vorliegt. So könne 2017 mit dem Bau begonnen werden – „wenn keine Verzögerungen eintreten“.

In weniger als sieben Minuten hinauf auf den Grünten

Bis dahin läuft der Skibetrieb im Winter am Grünten ungehindert weiter. Dort gibt es bereits eine Beschneiungsanlage. Die Lifte mit ihren gut 20 Pistenkilometern locken jährlich über 65 000 Gäste an.

Im Zukunftskonzept wird die Investitionssumme auf 17 bis 25 Millionen Euro geschätzt. Vor etwa zwei Jahren wollten die Prinzings die Grüntenlifte für 2,45 Millionen Euro verkaufen. Wie hoch letztlich die Kaufsumme war, sagt der Schweizer Investor nicht – nur so viel: „Wir wären nicht bereit gewesen, uns bei dem Betrag zu engagieren.“ Über den Kaufpreis habe man Stillschweigen vereinbart.

Bau neuer Anlagen am Oberjoch schon fast fertig

Während für das Skigebiet am Grünten noch geplant wird, ist man am Iseler in Oberjoch (Bad Hindelang) mit dem Bau der neuen Anlagen schon fast fertig: Dort werden, wie berichtet, der alte Schwanden- und Zubringerlift durch Deutschlands erste wettergeschützte Achter-Sesselbahn ersetzt sowie zwei weitere alte Schlepper (Wiedhaglifte und Grenzwieslifte) je durch neue Sechser-Sesselbahnen ausgetauscht.

„Wenn alles rundläuft und es rechtzeitig schneit, starten wir Mitte Dezember in die Skisaison“, kündigt Eric Enders, Vorsitzender der Bergbahnen Hindelang-Oberjoch AG, an. Das Unternehmen will am Freitag, 18. Dezember, mit geladenen Gästen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Sport feiern. Am Tag darauf steigt das „Allgäuer Ski Opening“ für Besucher.

In das Skigebiet in Oberjoch fließen rund 23 Millionen Euro – sieben Millionen schießt der Staat zu. Neben dem Bau der neuen Anlagen pumpt man Geld in die Beschneiung: Die Technik für die Anlagen wird derzeit generalüberholt und neue Funktionsgebäude geschaffen.

Wie sich solche Investitionen ausbezahlen, erklärt Hanspeter Schratt, Geschäftsführer der Bergbahnen Go-Ofterschwang/Gunzesried: Die Gesellschaft hatte 2010 knapp sechs Millionen Euro in den Ausbau der Beschneiung und Abfahrten gesteckt sowie 2013 für rund 16 Millionen Euro zwei neue Bergbahnen in dem Skigebiet gebaut. Im Vergleich zur Wintersaison 2009/2010 seien nun die Gästezahlen um etwa 25 Prozent und die Jahresumsätze um über 50 Prozent gestiegen. Schratt hofft, die Kredite in etwa 15 Jahren abbezahlt zu haben. Voraussetzung sei, dass die kommenden Winter „normal“ laufen.

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