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Interaktive Grafiken
07.04.2021

Immer mehr Privatleute geraten in Insolvenz: So ist die Lage in der Region

In Bayern haben im Februar deutlich mehr Privatleute Insolvenz angemeldet als im Vorjahr
Foto: Alexander Heinl, dpa

Die Zahl der Privatinsolvenzen hat sich im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat fast verdoppelt, Unternehmensinsolvenzen bleiben stabil. Wie die Situation in der Region ist.

Wer wirtschaftlich in Not gerät, der kann oder muss Insolvenz anmelden. Zuletzt haben dies in Bayern zunehmend viele Privatleute getan: 821 Verbraucher im Freistaat meldeten im Februar dieses Jahres Insolvenz an, heißt es vom Statistischen Landesamt. Im Vergleich zum Januar entspricht das einer Steigerung von fast 70 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der Privatinsolvenzen um mehr als 93 Prozent gestiegen und hat sich damit fast verdoppelt.

Eine Gesetzesänderung ließ die Privatinsolvenzen zeitweise einbrechen

Inwieweit die Corona-Pandemie und die mit ihr verbundenen Einschnitte mehr Privatleute in die Pleite treiben, geht aus den Zahlen nicht hervor. Einen möglichen Grund für die Veränderung nennt die Behörde: Im Sommer vergangenen Jahres brachen die Insolvenzanmeldungen ein, weil ein Gesetzentwurf bekannt wurde, der die Dauer der Restschuldbefreiung verkürzen sollte. Die Anmeldungen sanken auf 105 im September, viele warteten mutmaßlich ab und meldeten ihre Insolvenz erst an, als die neuen Regeln zum Jahreswechsel in Kraft traten.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenz bleibt dabei vergleichsweise stabil. 156 Firmen meldeten im Februar Insolvenz an, 13 Prozent mehr als im Januar, jedoch 25 Prozent weniger als im Februar des Vorjahres. Auch das könnte rechtliche Gründe haben: Seit März war die Pflicht zum Insolvenzantrag zeitweise ausgesetzt. Die Zahl der Anträge im Zeitraum von April 2020 bis Februar 2021 war fast ein Viertel niedriger als im Vorjahreszeitraum. Ihren Tiefststand erreichten die Unternehmensinsolvenzen im September 2020 mit 121 Anträgen. Sobald die Pflicht wieder besteht, könnte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen deutlich steigen.

Insgesamt 1295 Insolvenzanträge binnen eines Monats in Bayern

Doch bei den Insolvenzen führt das Statistische Landesamt noch eine dritte Kategorie: die der sogenannten übrigen Schuldner. Diese erfasst beispielsweise ehemalige Selbstständige oder Gesellschafter einer Firma, allerdings auch die eben genannten Verbraucher oder Nachlässe. Von ihnen wurden im Februar 2021 insgesamt 1139 Insolvenzverfahren beantragt - ein Anstieg von 58 Prozent gegenüber dem Januar und knapp 66 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Hauptsächlich geht dies allerdings auf den extremen Anstieg bei den Verbrauchern zurück. Insgesamt erreichten die bayerischen Gerichte im Februar 2021 damit 1295 Insolvenzanträge.

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07.04.2021

Man sollte seine Verhältnisse dem Einkommen anpassen: Früher sagte man mal: "über seine Verhältnisse leben". Gilt anscheinend heute nicht mehr.

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07.04.2021

Unter diese Zahlen dürften viele solo Selbständige fallen, die eine Privatinsolvenz in Anspruch nehmen können.

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07.04.2021

und wie hilft das dann weiter?

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