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Interview
24.10.2020

Autor Sven Voelpel will die "Jungbrunnenformel" entdeckt haben

Das wäre freilich die einfachste Lösung: Ein Heilbad, das aus alten, gebrechlichen Menschen junge, fitte macht. Doch ganz so einfach ist es nicht.
Foto: Rolf Haid, dpa (Symbolfoto)

Was hält uns im Alter fit? Und gibt es sie wirklich, die „Jungbrunnenformel“? Der aus Landsberg stammende Bestseller-Autor Sven Voelpel ist überzeugt davon.

Herr Voelpel, wie jung fühlen Sie sich heute Morgen?

Sven Voelpel: Im Herzen wie 17, und im Kopf wie ein Greis, der noch Lust hat, zu leben und zu lernen. Wobei ich meine eigene Formel nicht nutze, um ein längeres, sondern um ein intensiveres Leben zu führen. Gewissermaßen führe ich fünf Leben parallel.

Es ist jetzt neun Uhr morgens. Was haben Sie von Ihrer Jungbrunnen-Formel schon umgesetzt? Die umfasst ja immerhin sieben Faktoren: Einstellung, Ernährung, Bewegung, Schlaf, Atmung, Entspannung und soziale Kontakte.

Voelpel: Fangen wir mit der Einstellung an. Wenn ich aufwache, dann überlege ich mir zuallererst drei Dinge, für die ich dankbar und glücklich bin. Außerdem habe ich darauf geachtet, dass ich ganz langsam atme: Ein Atemzug pro Minute, dadurch wird der Stoffwechsel heruntersetzt. Wenn man länger tief in den Bauch atmet, wird das Blut basisch und ich fühle mich entspannt. Weiter geht es mit der Ernährung. Ich mache Intervallfasten und habe bislang nichts gegessen. Das Einzige, was ich heute bisher zu mir genommen habe, ist eine mit den Händen ausgedrückte Zitrone, um gleichzeitig die Handkraft zu trainieren. Dazu trinke ich Brennnesseltee mit Stevia. Für Bewegung sorgte ich, indem ich meine Kinder mit dem Tandem in die Schule brachte. Dort unterhielt ich mich mit meinen Kindern und den Eltern anderer Kinder. So viel zum Punkt „soziale Kontakte“. Für neun Uhr reicht das erst mal.

Es gibt unzählige alte Menschen, die in ihren 80ern und 90ern noch vital sind, ohne Ihr Buch zu kennen. Woran liegt das?

Voelpel: Daran, dass sich viele Menschen gesund verhalten, ohne das zu wissen.

Nennen Sie doch ein paar Beispiele – was sind denn das für Dinge, die die Menschen instinktiv richtig machen?

Voelpel: Zum Beispiel gibt es Leute, die erst am Nachmittag essen. Nummer eins zur Lebensverlängerung ist Kalorienreduktion und gleichzeitig Reduktion des Zeitfensters der Kalorienaufnahme. Wenn man nicht raucht und nicht in Übermaßen Alkohol trinkt, gewinnt man etwa 18 Lebensjahre und jeden Tag wache Zeit durch schnellere Regeneration im Schlaf. Wichtig ist normaler Schlaf – sechs bis acht Stunden. Wer sich zwischen 40 und 50 viel bewegt, hat eine geringere Wahrscheinlichkeit, im Alter an Demenz zu erkranken. Was auch stark unterschätzt wird, sind soziale Kontakte. Viele über 100-Jährige gehen genussvoll in der Gesellschaft tanzen, singen und trinken auch noch ein Gläschen Ouzo oder Rotwein.

Wobei ja Letzteres nicht so gut sein soll, wie Sie eben erläuterten.

Voelpel: Weil sich die Sachen ausgleichen. Unsere Gesundheit ist wie ein Konto, auf das wir einzahlen. Und das kann man auf verschiedene Weise tun. Ich kenne einen Mann, der seit dem 13. Lebensjahr raucht, aber keinerlei gesundheitlichen Probleme hat, weil er alles selbst kocht. Er isst kaum Industrienahrung, oft auch keine Nudeln und Pizza. Auch mein Vater verzichtet weitgehend darauf. Er läuft so gut wie jeden Tag rund 10.000 Schritte und ist kerngesund. Dass im Alter das Muskelwachstum und das Lungenvolumen abnehmen, hängt viel von unserer Einstellung und daraus resultierenden Gedanken, Gefühlen und Handlungen ab. Was sind die stärksten Tiere? Neben Elefanten und Stieren der Silberrücken-Gorilla. Der frisst wie alle pflanzliche Kost.

Sven Voelpel hat ein Buch über das Altern - oder vielmehr das Jungbleiben - geschrieben.
Foto: Rowohlt (Archiv)

Doch der Trend zur Industrienahrung greift ja um sich, während die Menschen immer älter und fitter werden. Wie passt das zusammen?

Voelpel: Je höher der Bildungsgrad, desto länger leben die Menschen. Denn Bildung sorgt für Wissen. Auf der einen Seite essen die Leute mehr Industrienahrung, aber gleichzeitig geht der Zigaretten- und Alkoholkonsum zurück. Heutzutage weiß man auch, wie wichtig Bewegung ist. Viele ältere Menschen greifen auf Schrittzähler zurück. Die Arbeitsbedingungen haben sich verbessert, die Lebensmittelkontrollen sind schärfer. Hinzu kommt der medizinische Fortschritt. In allen Bereichen gibt es Fortschritte. Deshalb werden wir von Generation zu Generation 7,5 Jahre biologisch jünger und leben länger.

Wer aber nun zusätzlich Ihre Formel umsetzen will, muss alle möglichen Dinge beachten. Das sorgt wiederum für Stress, was für die jugendliche Energie nicht förderlich ist.

Voelpel: Das Gegenteil ist der Fall. Man kann das Ganze entspannt angehen. Es gibt Leute, die im Bioladen nur Gesundes einkaufen und ganz verhärmt aussehen, weil sie Angst haben. Und dann gibt es welche, die Fastfood essen und glücklich sind. Die Lebensqualität ist entscheidend. Als Erstes sterben die Alkoholiker, und als Zweites die Abstinenzler. Denn Leute, die sich alles verkneifen, sind weniger locker, sind verbissener, haben weniger Lebensfreude, und so sterben sie früher oder sind nicht so gesund. Leute, die ein bisschen Alkohol trinken, sind dagegen in den Tests biologisch jünger. Es geht nicht darum, etwas auf Gedeih und Verderb umzusetzen. Jeder soll es so machen, wie er möchte.

Wer sozial interagieren und sich gesund ernähren will, braucht indes Geld. Ihre Vitalstoffe, die Sie vorhin erwähnten, sind nicht billig. Ist jung bleiben eine Frage des Bankkontos?

Voelpel: Die guten Dinge im Leben sind umsonst – zum Beispiel Freundschaft und Liebe. Das gilt auch für die Ernährung. Fasten ist zwangsläufig billig. Wildkräuter zum Beispiel finden Sie in der Natur. Und es heißt ja nicht umsonst „ein Appel und ein Ei“. Im Ei ist komplett alles drin außer Vitamin C. Wenn man also Apfel und Ei isst, hat man alles. Nehmen Sie noch Zwiebel oder Kartoffeln, auch die sind billig. Aber man muss es eben wissen, Wissen wirkt Wunder.

Sven Voelpel, 47, ist Professor für Betriebswirtschaft an der Jacobs University Bremen. Er lebt mit seiner Familie in Bremen.

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