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Interview
06.08.2020

Rekord: Das Auto dieses Allgäuers hat fast 1,5 Millionen Kilometer auf dem Tacho

Der Audi 100 von Bernahrd Denlöffel hat inzwischen 1.487.775 Kilometer auf dem Tacho.
Foto: Ralf Lienert

Sein Auto ist bayernweit spitze: Fast 1,5 Millionen Kilometer hat der Audi von Bernhard Denlöffel (61) aus Erkheim auf dem Tacho. Wie geht das?

Wrrrum, wrrrum, wrrrum, Auto wrrrum herum! Das Wagen von Bernhard Denlöffel macht nie schlapp. Bislang zumindest. Auf unglaubliche 1,5 Millionen Kilometer auf dem Tacho steuert sein Audi 100 TDI, Baujahr 1992, zu. Mit exakt 1.487.775 dokumentierten Kilometern erscheint Denlöffel zum Redaktionsbesuch. Damit hat er das Auto mit dem höchsten Kilometer-Stand in Bayern. Im Interview verrät Denlöffel das Geheimnis seiner Never-Ending-Story auf vier Rädern.

Herr Denlöffel, was sind Sie für ein Fahrertyp?

Bernhard Denlöffel: In mir sind drei Fahrstile vereint. Gemütlich, mittelschnell, schneidig. Aber nur wenn es die Situation erlaubt. Als ich meinen Audi gekauft habe, packte er 240 Kilometer pro Stunde. Jetzt sind es immerhin noch 200!  

Hatten Sie jemals einen Unfall mit Ihrem Audi

Denlöffel: Zum Glück noch nie. Aber es gab einige brenzlige Situationen, bei denen ich es aber geschafft hab, rechtzeitig auszuweichen. Ich fahre einerseits vorausschauend. Andererseits nutze ich meine Rückspiegel. Machen leider nicht alle... 

Ihr schönster Auto-Moment?

Denlöffel: Dieser Wahnsinns-Augenblick, als ich bei Kilometerstand 999.999 weiterfuhr... 

Was passierte dann?   

Denlöffel: Alles begann wieder bei null! Mein Tacho kann keinen Kilometerstand von einer Million anzeigen. Er setzte die Zahlen zurück auf Anfang. Zum Glück sind alle Kilometerstände im Serviceheft dokumentiert und von Unabhängigen bestätigt. Deshalb bin ich jetzt bayerischer Rekordhalter.

Der Audi 100 von Bernahrd Denlöffel hat inzwischen 1.487775 Kilometer auf dem Tacho. Jetzt besucht er die AZ-Redaktion mit seinem betagten Vehikel
Foto: Ralf Lienert

Wie waren die Reaktionen, als Sie bei einer Aktion von Antenne Bayern ausgezeichnet wurden? 

Denlöffel: Das hat wohl richtig hohe Wellen geschlagen. Bei Facebook und Instagram. Aber davon hab ich nichts mitbekommen. Ich nutze beides nicht. Mir würde schon ein gescheites Festnetz reichen! Stellen Sie sich vor: Wegen einer Störung in der Leitung erreicht mich seit drei Wochen zu Hause in Erkheim kein Schwein am Telefon. Vermutlich ein Baggerschaden. Dabei hätten mir sicher ein paar Menschen gratulieren wollen...

Dann klären wir am besten hier die wichtigste aller Fragen. Wie schafft man es, dass ein Auto knapp 1,5 Millionen Kilometer durchhält?  

Denlöffel: Als erstes braucht man natürlich ein gutes Auto - und einen Schutzengel. Dazu kommen: ein gewisses technisches Verständnis sowie konsequente Wartung und Pflege. Sobald ich auch nur ein verdächtiges Geräusch höre, forsche ich nach der Ursache und bringe den Wagen, wenn nötig, in die Werkstatt. Die Mechaniker vom Autohaus Huber in Ottobeuren kennen jede Schraube von meinem Auto. Und: Man sollte viel fahren. Dann setzt sich nämlich nicht so leicht Flugrost an. Ich fahre leidenschaftlich gerne und war mit meinem Audi von Südfrankreich bis Skandinavien schon so ziemlich überall im Urlaub. 

Sie haben den Audi 1995 mit gut 107.000 Kilometern auf dem Tacho gebraucht gekauft. Können Sie sich noch an den Preis erinnern? 

Denlöffel: Aber sicher. Ich habe immer genau Buch geführt. Gekauft habe ich ihn für 30.500 Mark. Das war schon eine Stange Geld damals. Aber das war es mir wert. 

Wieviel haben Sie in 25 Jahren für Reparaturen ausgegeben? 

Denlöffel: Exakt 50.258 Euro. Und die waren es mir auch wert. Das Auto fuhr ja weiter! Und es verbraucht im Schnitt nur 6,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Auch wenn er hier und da ein paar Macken hat, läuft der Audi bis heute einwandfrei. Dann behält man ihn auch. Das ist so, wie wenn man einen Partner hat. Den schmeißt man ja auch nicht weg, wenn er nicht mehr so jung ist. In den nächsten Tagen geht's wieder zum TÜV und ich bin sehr zuversichtlich, dass ich den Audi weiter fahren darf.   

Und was passiert, wenn er wirklich einmal ausgedient haben sollte? 

Denlöffel: Dann bekommt er einen Ehrenplatz in der Garage. Dieses Auto geb ich nicht mehr her. Wir haben schon so viel zusammen erlebt. Außerdem macht es meinem Namen Denlöffel alle Ehre: Es gibt den Löffel nicht so leicht ab... 

Was würde Ihr Autoglück perfekt machen? 

Denlöffel: Eine Beifahrerin zu haben. Die würde ich dann auch in meinem neuen Auto mitnehmen: einem Audi A4, 190 PS Diesel.

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