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Ismaning
12.04.2016

ALS: Wie eine todkranke Mutter mit ihrem Abschiedsbrief bewegt

<p>Nina Zacher bewegt auf Facebook tausende Menschen.</p>
Foto: Screenshot Facebook

Nina Zacher ist eine 46-jährige Frau aus Ismaning in Bayern. Sie ist todkrank. Sie hat ALS. Mit ihrem Abschiedsbrief auf Facebook bewegt Zacher tausende Menschen.

Die 46-jährige Münchnerin Nina Zacher hat die unheilbare Krankheit ALS, Amyotrophe Lateralsklerose. ALS führt im Verlauf der Krankheit zu einer fortschreitenden Schädigung des Nervensystems und endet nach erheblichen Muskellähmungen und Muskelschwund mit dem Tod.

Nina Zacher schließt gerade ab - mit ihrem Leben. Sie kann nicht mehr schreiben oder sprechen, ihren Kopf tragen oder ihren zerbrechlichen Körper aufrecht halten. Dennoch schafft es die Mutter von vier Kindern ihre Gedanken, mit einem augengesteuerten Computer, in ergreifende Worte zu fassen.

Sie sei ein Schatten ihrer selbst, wiege nur noch 35 Kilogramm, bei einer Körpergröße von 1,78 Metern, schreibt sie auf Facebook. Ihr grauenhafter Verfall sei unerträglich. Und dann schreibt sie etwas, das unter die Haut geht, das wahrscheinlich nur die wenigsten Menschen wirklich verstehen können und das sprachlos macht - und traurig zugleich. In ihrem Abschiedsbrief steht:

Nina Zacher: "Den Tod muss man sich verdienen"

"So leicht stirbt man nicht " sagte meine Mutter immer. Und damit hatte sie tatsächlich Recht und nicht nur das, den Tod muss man sich verdienen, das weiss ich jetzt. Denn zwischen der Erkenntnis das man bald sterben wird, bis man es tatsächlich "geschafft" hat liegt ein meist langer qualvoller Weg, von dem zwar jeder schon mal irgendetwas gehört hat, aber auch genau so schnell wieder verdrängt wurde, weil es wie so oft nicht die Partytauglichen Themen sind und jeder denkt das würde immer nur den "anderen " passieren.

Auf der Internetplattform Facebook rührt ihr Kommentar bisher schon mehr als 14.700 Menschen, er wurde mehr als 4000 Mal geteilt.

 

Viele Nutzer kommentieren die Aussage der sterbenskranken Münchnerin. Sie sei stark und sie würde ihnen zeigen, dass Leben mit anderen Augen zu sehen. Und sie würde ihnen jetzt schon fehlen.

Auch vermeintlichen Freunden hat Zacher ein paar Worte gewidmet. Sei sei enttäuscht gewesen, vor zwei Wochen, an ihrem letzten Geburtstag. Man erwarte manchmal wahrscheinlich zu viel, schreibt sie dazu. Sie hätte sich trotzdem über sinnlose Kleinigkeiten gefreut.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Münchnerin auf ihre Krankheit aufmerksam macht. Sie war schon Gast bei Moderator Markus Lanz, hat immer wieder über ALS auf ihrer Facebook Seite berichtet, wollte aufklären, in Videos Mut machen. Doch dieser Post wird, so sagt sie selbst, vermutlich einer ihrer letzten sein. Nina Zacher verabschiedet sich - für immer.

ALS: Die Nervenzellen, die für Muskelbewegungen verantwortlich sind, werden dabei so stark geschädigt, dass es zu Muskellähmungen, Muskelschwund - und schwäche, sowie Sprech- und Schluckstörungen und Störungen bei der Koordination kommt. Häufig ist eine Lungenentzündung die Todesursache.

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