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Medientage München

27.10.2016

Ist das Fernsehen tot?

Das klassische Fernsehen ist vor allem bei Sport und Live-Shows erfolgreich. (Symbolbild)
Bild: Caroline Seidel (dpa)

Video-on-Demand-Angebote sind auf dem Vormarsch. Stirbt das klassische Fernsehen dadurch? Diese Frage wurde bei den Medientagen München beantwortet.

Wie sehen Gegenwart und Zukunft von Fernsehen und Radio aus? Wichtige Trends, und was über sie gestern beim Branchentreff Medientage München gesagt wurde:

Ist das klassische, genannt „lineare“ Fernsehen, bei dem Sender das Programm zusammenstellen und zu bestimmten Uhrzeiten ausstrahlen, tot? Keineswegs, betrachtet man Zahlen des Marktforschungsinstituts TNS Infratest. Demnach hat fast jeder Haushalt in Deutschland ein TV-Gerät. Das klassische Fernsehen dominiert die „Bewegtbildnutzung“ und ist vor allem dann erfolgreich, wenn es Sportveranstaltungen oder Live-Shows zeigt – oder Filme mit „Event“-Charakter wie kürzlich das ARD-Drama „Terror – Ihr Urteil“.

Video-on-Demand-Angebote werden immer stärker genutzt

Aber: Video-on-Demand-Angebote, also Videos zum Abrufen im Internet, von Anbietern wie Youtube oder Netflix entwickeln sich überaus stark. Bei den 14- bis 19-Jährigen liegen sie, was ihre Nutzungsdauer betrifft, schon auf Augenhöhe mit dem klassischen Fernsehen, sagte Oliver Ecke von TNS Infratest. Und: Tablets oder Smartphones verdrängen nicht das TV-Gerät, denn dies wird zum „Smart-TV“.

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Heißt: Auf diesen Geräten können Angebote aus dem Internet ebenso genutzt werden wie Apps oder Spiele. Dass das klassische Fernsehen noch einige Jahre vor sich haben dürfte, erklären Experten damit, dass das Angebot aus dem Internet die Menschen schlichtweg überfordere.

Smart-TV auch für Radiomacher interessant

Smart-TV ist auch ein großes Thema für Radiomacher. Audioangebote würden verstärkt über das Fernsehgerät genutzt, das das klassische UKW-Radioempfangsgerät ersetze, sagte etwa Christian Bollert von detektor.fm, einem deutschsprachigen Online Radio, beim sogenannten „Radio-Gipfel“. Für Diskussionen sorgte die „Wunschvorstellung“ von Audi-Manager Holger Hees.

Der sprach sich dafür aus, dass künftig im Auto Radioprogramme nur noch als Internetradio und als Digitalradio DAB+ zu empfangen sind. Es wäre der Tod des UKW-Autoradios. Der Verzicht auf den Einbau analoger Empfangstechnik spare, so Hees, ein paar Gramm Gewicht und senke auf diese Weise den Schadstoffausstoß eines Autos, was für die Autoindustrie enorm wichtig sei.

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