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Bayern

02.09.2015

Jäger dürfen bei der Jagd auf Sauen keine Nachtzielgeräte einsetzen

Bei der Jagd auf Tiere sind sogenannte Nachtzielgeräte nicht mehr erlaubt.
Bild: Alexander von Düren - Fotolia

Rund 30 bayrische Kreisjägergruppen haben eine Niederlage erlitten. Bei der Jagd auf Schwarzwild dürfen Jäger keine Nachtzielgeräte einsetzen.

Der Einsatz von Nachtzielgeräten zur Jagd auf Schwarzwild widerspricht dem Waffenrecht. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat die Anträge von rund 30 bayerischen Kreisjägergruppen abgelehnt, die Geräte in sogenannten Problemregionen einsetzen zu können. Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) hatte die „militärischen Hilfsmittel“ im Kampf gegen die rasant wachsende Zahl von Wildschweinen erlaubt, eine waffenrechtliche Genehmigung stand jedoch noch aus.

Bayerische Jagdverband gegen Nachtzielgeräte bei der Jagd

Das Ministerium äußerte sich gestern in einer Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung nur kurz. Es bestätigte die Ablehnung, betonte aber auch: „Die Antragsteller prüfen unserer Kenntnis nach derzeit, ob sie gegen die Bescheide Widerspruch einlegen werden.“

Der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), Jürgen Vocke, hat sich stets klar gegen den Einsatz von Nachtzielgeräten ausgesprochen. Über die jetzige Entscheidung des Bundeskriminalamts sei er „dankbar“, sagte Vocke. Eine großzügige Freigabe des Nachtzielgerätes widerspreche den Grundsätzen der Waidgerechtigkeit und des Tierschutzes, weil durch die Intensivierung der Nachtjagd keine Rücksicht mehr auf die Ruhebedürftigkeit der Tiere genommen werde. „Wir erreichen damit nur das Gegenteil – die Schäden in der Land- und Forstwirtschaft werden zunehmen.“

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Landwirte sollen enger mit Jägern und Revierinhaber arbeiten

Vocke wies zudem darauf hin, dass Nachtzielgeräte seit Jahren strengstens verboten seien und nur von Sondereinsatzkommandos der Polizei und der Bundeswehr verwendet werden dürfen. Der BJV-Präsident appelliert vielmehr an die Landwirtschaft, bei der Schwarzwild-Bejagung enger mit den Jägern und Revierinhabern zusammenzuarbeiten. „Wir brauchen dringend Schusschneisen in den großen Maisfeldern, um den Wildschwein-Abschuss zu erleichtern.“

Markus Peters, stellvertretender Pressesprecher des Bayerischen Bauernverbandes, sagte unserer Zeitung, der Einsatz von Nachtzielgeräten sei bei der Schwarzwildstrategie nur ein Teil der Lösung. „Wir halten ihn nach wie vor für richtig und wichtig.“ Bisher fehle eine Begründung des Bundeskriminalamts, warum die Anträge abgelehnt wurden. Trotz der hohen Abschusszahlen vermehren sich die Schwarzkittel weiter, sodass es vielerorts Konflikte zwischen Landwirten und Jägern gibt.

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