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Terrorgefahr

06.10.2007

Jugendlicher bringt Zünder im Schuhabsatz nach Deutschland

Die drei festgenommenen terrorverdächtigen Islamisten um Fritz G. hatten alles genau geplant: Kinder und Frauen sollten bei Anschlägen geschützt werden, die Zünder für die Bomben wurden von einem Jugendlichen im Schuhabsatz nach Deutschland geschmuggelt.

Hamburg (ddp/dpa). Die drei Anfang September festgenommenen terrorverdächtigen Islamisten haben offenbar bei ihren Anschlagsplanungen darauf geachtet, dass möglichst wenige Frauen und Kinder unter den möglichen Opfern sein sollten. Das geht nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" aus abgehörten Gesprächen hervor.

Demnach sollten drei Autobomben mit je bis zu 250 Kilogramm Sprengstoff detonieren. Als mögliche Ziele hätten die Islamisten unter anderem die US-Basis Ramstein avisiert. Supermärkte verwarfen die Verdächtigen der Zeitschrift zufolge hingegen, weil unter den potenziellen Opfern zu viele Frauen und Kinder gewesen wären.

Mittlerweile haben die Ermittler den Angaben nach auch rekonstruiert, woher insgesamt 26 militärische Zünder stammen, die bei der Festnahme des Trios im Sauerland gefunden worden waren. Ein junger Deutsch-Tunesier soll für die im September im Sauerland verhafteten mutmaßlichen Terroristen unwissentlich Zünder für Bomben aus der Türkei nach Deutschland geschmuggelt haben. Die Zünder seien in Schuhen versteckt gewesen, berichten übereinstimmend die Magazine "Focus" und "Der Spiegel". Die Bundesanwaltschaft und das Bundeskriminalamt wollten die Berichte am Samstag nicht kommentieren.

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In einer richterlichen Vernehmung habe der Jugendliche eingeräumt, die Schuhe von Istanbul nach Niedersachsen transportiert zu haben. Er sei in einer Istanbuler Moschee von einem Türken auf Deutsch angesprochen worden, schreibt "Focus". Dieser habe ihn gebeten, eine Plastiktüte mit Herrenschuhen und einer Jeans nach Deutschland mitzunehmen. Dafür habe er 100 Euro erhalten.

Von den versteckten Zündern habe er nichts gewusst, habe der Wolfsburger ausgesagt. Laut "Focus" ist der junge Mann 16 Jahr alt, laut "Spiegel" 15.

Ermittler hätten die 26 militärischen Zünder bei der Festnahme der drei Terrorverdächtigen im Sauerland gefunden. Der junge Mann habe die Schuhe mit den Zündern Ende August in Braunschweig an den deutschen Konvertiten Fritz G. übergeben, einen der drei festgenommenen mutmaßlichen Islamisten. Dem "Focus" sagte er, mit der Sache habe er nichts zu tun: "Ich bin kein Terrorist." Der Teenager werde von der Bundesanwaltschaft als wichtigster Zeuge für die Verbindungen der Terrorverdächtigen in die Türkei geführt.

Laut "Spiegel" wollten die drei Terrorverdächtigen offenbar gezielt Amerikaner töten aber zugleich darauf achten, dass möglichst wenige Frauen und Kinder unter den möglichen Opfern sind. Das gehe aus abgehörten Gesprächen hervor. Demnach sollten drei Autobomben mit je bis zu 250 Kilogramm Sprengstoff detonieren. Als mögliche Ziele hätten die Islamisten offenbar unter anderem die US-Basis Ramstein anvisiert. Supermärkte hätten die Verdächtigen hingegen verworfen, weil unter den potenziellen Opfern zu viele Frauen und Kinder gewesen wären.

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