1. Startseite
  2. Bayern
  3. KZ-Lagergemeinschaft Dachau fordert Gedenkort am Lager Allach

NS-Opfer

24.01.2018

KZ-Lagergemeinschaft Dachau fordert Gedenkort am Lager Allach

Die Lagergemeinschaft Dachau besteht aus Überlebende und Angehörigen von Opfern des KZ Dachau. Sie wollen nun eine Gedenkstätte für Opfer der Außenstelle Allach.
Bild: Ronald Maior (Symbolfoto)

Opfer des ehemaligen KZ-Außenlagers Allach sollen am Fundort einen Ruhebereich bekommen. Das fordert die Lagergemeinschaft Dachau. Diese klagte auch wegen Störung der Totenruhe.

Die Lagergemeinschaft Dachau fordert nach dem Fund von Gebeinen von NS-Opfern auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Allach einen Gedenkort. "Unsere Vorstellung ist, dass am Fundort ein Ruhebereich geschaffen wird", sagte der Präsident der Lagergemeinschaft, Ernst Grube, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur

Lagergemeinschaft erstattet Anzeige wegen Störung der Totenruhe

Die Lagergemeinschaft, der Angehörige von KZ-Opfern sowie Überlebende der Nazi-Verfolgung angehören, sei nicht in die Entscheidung über die Bestattung der Gebeine auf dem Waldfriedhof Dachau eingebunden gewesen. Die sterblichen Überreste seien monatelang in Särgen in Containern gelagert gewesen, sagte Grube. Die Lagergemeinschaft habe deshalb Anzeige bei der Staatsanwaltschaft München II wegen Störung der Totenruhe erstattet. Darüber hatte die Süddeutsche Zeitung zuerst berichtet.

Bei Grabungen waren im vergangenen Jahr zwölf vollständige Skelette und wenige einzelne Knochen entdeckt worden. Der Beisetzungsort sollte mit den Opferverbänden geklärt werden, hatte es im November geheißen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Archäologen hatten zuvor eineinhalb Jahre lang gegraben. Ein Stadtteilhistoriker hatte auf dem Gelände noch Gebeine von Opfern vermutet. Daraufhin wurde entschieden, das Areal zu untersuchen - bevor auf dem rund 33.000 Quadratmeter großen Gelände Wohnungen gebaut werden.

In dem Außenlager waren während der NS-Gewaltherrschaft Häftlinge, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene untergebracht. Sie mussten für die Firma BMW und die nationalsozialistische "Organisation Todt", eine paramilitärische Bautruppe, arbeiten. (lby)

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Oktoberfest 2018
Oktoberfest 2018

O'zapft is! Dieter Reiter eröffnet die Wiesn mit zwei Schlägen

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden