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05.03.2010

Kapuziner-Pater zieht Konsequenzen aus Missbrauchsvertuschung

Der frühere Leiter des Studienseminars der Kapuziner in Burghausen (Landkreis Altötting) hat die Verantwortung für das Vertuschen von Missbrauchsfällen in der Einrichtung übernommen. Er trete von seinem jetzigen Amt als Wallfahrtskustos in Altötting zurück, sagte Pater Felix Kraus am Freitag laut einer Mitteilung der Provinz der bayerischen Kapuziner.

Er übernehme damit "die moralische Verantwortung, weil ich nach Bekanntwerden der Missbrauchsfälle in Burghausen diese damals nicht zur Anzeige gebracht habe". Er fügte hinzu: "Zwar wurden damals Gespräche geführt mit betroffenen Schülern, Eltern und dem damaligen, inzwischen verstorbenen Provinzial, aber ich ging nicht zur Polizei." Kraus hatte die Leitung des Seminars 1985 übernommen. Seit 2007 war er Wallfahrtskustos in Altötting.

Am Donnerstag waren Fälle von sexuellem Missbrauch in Burghausen aus den Jahren 1984/85 öffentlich bekanntgeworden. Kraus' Vorgänger als Direktor des in den 90er Jahren aufgegebenen Studienseminars war Mitte der 80er Jahre sexueller Übergriffe auf Jugendliche bezichtigt worden. Diese Beschuldigungen hatten sich nach interner Klärung mit Betroffenen, Eltern und der Provinzleitung erhärtet. Die Missbrauchsfälle wurden aber erst 1991 juristisch verfolgt. Sie waren dann bereits verjährt, weil es sich um Straftaten an Jugendlichen und nicht an Kindern handelte.

Der beschuldigte Pater wurde 1985 als Seelsorger an das Krankenhaus des III. Ordens nach München versetzt. Seine Nachfolge in Burghausen übernahm der jetzt zurückgetretene Kraus. Von 1989 bis 2009 war der beschuldigte Pater als Wallfahrtsseelsorger in Würzburg tätig, ehe er im März 2009 von allen priesterlichen Aufgaben und Diensten suspendiert wurde. ddp-bay


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