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Stuttgart-München

26.10.2018

Kaum Infos über Ausfälle: München-Pendler sind sauer auf die Bahn

Im Fernverkehr zwischen Stuttgart und München kommt es in den kommenden zwei Wochen zu Verspätungen und Ausfällen. Pendler müssen oft auf überfüllte Regionalzüge ausweichen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Zwischen Stuttgart und München ist der Bahn-Verkehr seit heute stark eingeschränkt. Grund sind Bauarbeiten. Viele Pendler sind sauer - sie fühlen sich schlecht informiert.

Keiner wusste Bescheid. Am Gleis 4 am Augsburger Hauptbahnhof schauen sich die Pendler am Freitagmorgen fragend an. Der ICE fällt heute aus. In der Bahn-App wird er gar nicht erst angezeigt. Einen Ersatzzug gibt es nicht. Die einzige Lösung ist die Regionalbahn von Gleis 6 – und die ist schon überfüllt.

Nach und nach drücken die stehengelassenen ICE-Fahrgäste in den Zug. Bis auf den letzten Sitz und bis die Gänge verstopft sind.

Mit leichter Verspätung setzt sich die Bahn in Bewegung, nur um wenige Minuten später an der Haunstetter Straße zu halten. Wieder drängen Menschen in den schon vollen Zug. Alles erinnert an die Bilder aus der japanischen U-Bahn, wo professionelle Drücker die Gäste in die Waggons quetschen. Die Zugestiegenen sehen sich fragend um, auch sie wussten, sagen sie, von nichts. „Was ist denn los?“ „Scheinbar ist der ICE ausgefallen.“

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Grund für das Chaos sind - schon vor Monaten angekündigte - Bauarbeiten am Ulmer Hauptbahnhof, wo die neue ICE-Strecke von Stuttgart mit der bestehenden Strecke verknüpft wird.

Die Folge ist eine 14-tägige Totalsperrung. Der Fernverkehr wird über Aalen umgeleitet, der Regionalverkehr verspätet sich und die TGV-, EC- und IC-Züge fallen bis auf wenige Ausnahmen zwischen Stuttgart und München aus. Am Ulmer Hauptbahnhof hält vorerst überhaupt kein Fernverkehrszug mehr.

Auch im Regionalverkehr gibt es bis zum 8. November einige Änderungen, teilte die Bahn mit. Die IRE-Züge der Verbindung Stuttgart-Ulm-Lindau etwa fahren am Stuttgarter Hauptbahnhof etwa 15 Minuten früher ab.

Der DB-Kunde steht vor vollendeten Tatsachen, aktuelle Informationen gibt es kaum. Das kritisiert auch der Fahrgastverband Pro Bahn. In einer Statement heißt es, dass auf der bayerischen Seite gar keine Ersatzmaßnahmen bekannt sind und es auf der hochbelasteten Pendlerstrecke zwischen Augsburg und München im Berufsverkehr zur Halbierung des Fernverkehrsangebotes kommt.

Am Hauptbahnhof in Ulm halten keine Fernzüge mehr

Errol Yazgac von Pro Bahn sagt im Gespräch mit unserer Redaktion: „Mich hat es heute Morgen auch kalt erwischt.“ Sein ICE nach München sei mit Verspätung angezeigt worden, dann ohne Erklärung ausgefallen. „Die Informationen waren total abstrus“, sagt er. Die Situation sei unverschämt gegenüber den Pendlern.

Auf Anfrage teilt die Deutsche Bahn mit, dass die Sperrung bis zum Freitag, 9. November, besteht und verweist auf ihre Internetseite für weitere Informationen.

Der Fahrgastverband fürchtet insbesondere in der zweiten Woche der Sperrung, nach Ende der Schulferien, Kapazitätsengpässe, die sich auf alle Fahrgäste auswirken. Pro Bahn fordert deswegen eine adäquate Ersatzplanung für Pendler und Reisende.

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