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Kunstsammler Gurlitt

09.04.2014

Kehrtwende: Staatsanwaltschaft gibt beschlagnahmte Bilder frei

Kunstfund Gurlitt
2 Bilder
Die Kombo zeigt 8 Werke aus dem spektakulären Münchner Kunstfund. Im Uhrzeigersinn von links oben: Otto Griebel: «Die Verschleierte», Aquarell, 1926; Erich Fraaß: «Mutter und Kind», Aquarell, 1922; Ludwig Godenschweg: «Männliches Bildnis», undatierte Druckgrafik, Christoph Voll: «Mönch», Aquarell, 1921, Fritz Maskos: «Sinnende Frau», Druckgrafik 1922, Conrad Felixmüller: «Paar in Landschaft», Aquarell, 1924, Marc Chagall: «Allegorische Szene», undatiertes Gemälde, Wilhelm Lachnit: «Mädchen am Tisch», Aquarell, 1923.
Bild: Staatsanwaltschaft Augsburg

Die Staatsanwaltschaft Augsburg wird dem Kunstsammler Cornelius Gurlitt alle beschlagnahmten Bilder zurückgeben. Das kündigte die Behörde heute an.

Die Staatsanwaltschaft Augsburg hatte vor zwei Jahren 1280 Bilder aus Gurlitts Schwabinger Wohnung unter Berufung auf den Verdacht auf ein Steuerdelikt beschlagnahmt. Darunter waren Werke von Pablo Picasso, Paul Klee, Marc Chagall, Henri Matisse, Max Beckmann, Franz Marc, Max Liebermann und vielen anderen Meistern der Klassischen Moderne. Der Wert der Sammlung beträgt viele Millionen Euro. Nun werden die beschlagnahmten Werke von den Ermittlern wieder freigegeben.

"Zum Zeitpunkt der Beschlagnahme der gesamten Sammlung war die Staatsanwaltschaft Augsburg uneingeschränkt von der Rechtmäßigkeit der Maßnahme überzeugt", teilte die Behörde am Mittwoch mit. Im Zuge des Ermittlungsverfahrens hätten sich jedoch "neue Erkenntnisse" ergeben, so dass die rechtliche Situation neu bewertet worden sei. "Aus diesem Grund hat die Staatsanwaltschaft Augsburg die Beschlagnahme aufgehoben und alle beschlagnahmten Gegenstände freigegeben."

Grund für die Neubewertung sei auch die "fundierte Beschwerde der Verteidiger Prof. Dr. Tido Park und Derek Setz" gewesen, erklärte Matthias Nickolai, Sprecher Staatsanwaltschaft, weiter.

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Das Ermittlungsverfahren selbst sei noch nicht beendet, so die Augsburger Behörde weiter. Die Verteidiger hätten ergänzende Akteneinsicht beantragt und eine anschließende Stellungnahme zu den Vorwürfen angekündigt.

Am Montag war es bereits zu einem Vertragsabschluss zwischen dem 81-jährigen Kunstsammler Gurlitt und der Bundesregierung und dem Freistaat Bayern gekommen. Darin erklärte sich Gurlitt bereit, seine Sammlung von Experten untersuchen zu lassen und unter Raubkunstverdacht stehende Werke gegebenenfalls zurückzugeben. Die übrigen Werke wird er nach der Prüfung zurück erhalten.

Cornelius Gurlitt ist der Sohn von Hildebrand Gurlitt , einem der Kunsthändler Adolf Hitlers. AZ

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