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Kinderbetreuung
12.08.2019

In Bayern fehlen bis 2023 fast 30.000 Kita-Fachkräfte

Bis zum Jahr 2023 fehlen in Bayern fast 30.000 Kita-Fachkräfte.
Foto: Alexander Kaya (Symbol)

Bis zum Jahr 2023 soll sich die Zahl fehlender Fachkräfte in der Kinderbetreuung auf fast 30.000 belaufen. Nun will das Familienministerium gegensteuern.

Der Ausflug in den Zoo? Muss leider ausfallen. Toben im Sportraum? Heute nicht.

Diese Szenarien könnten in den kommenden Jahren in bayerischen Kitas zum Regelfall werden. In manchen Orten ist gar die gesamte Kita von der Schließung bedroht - so zum Beispiel im Münchner Olympiadorf: Der Grund sind fehlende Fachkräfte. Laut Staatsregierung soll sich deren Zahl in Bayern bis zum Jahr 2023 auf fast 30.000 belaufen.

Diese Zahlen stammen aus einer Schätzung des Familienministeriums, das damit auf eine schriftliche Frage der SPD reagierte. Demnach hat Bayern in den kommenden vier Jahren einen Bedarf an 19.400 Fachkräften wie Erzieher und Sozialpädagogen, sowie 10.000 Ergänzungskräften wie Kinderpfleger.

Zahl der Kita-Fachkräfte hat sich in zehn Jahren fast verdoppelt

Dabei hat sich die Zahl der Fachkräfte in der Kinderbetreuung innerhalb von zehn Jahren fast verdoppelt, wie das Familienministerium im Mai dieses Jahres bekanntgab. Von 2006 bis 2016 stieg die Anzahl der Fachkräfte von knapp 24.000 auf mehr als 46.000. "Trotzdem müssen wir uns weiter anstrengen. Wir brauchen schnell mehr qualifiziertes Personal für die Kindertagesbetreuung", forderte Familienministerin Kerstin Schreyer.

„Wir brauchen dringend adäquate Maßnahmen in Ausbildung und Umschulung“, verlangt Christiane Münderlein, Vorständin des Evangelischen Kita-Verbandes Bayern. So müssten die Studienplätze an den Hochschulen und die praxisintegrierte Ausbildung weiter ausgebaut und attraktive Umschulungen für Quereinsteiger entwickelt werden. Die Bayerische Staatsregierung habe dazu ein Maßnahmenbündel erarbeitet und werde dieses weiter differenzieren, heißt es vonseiten des Familienministeriums.

Derzeit nehmen in Bayern 452.143 Kinder unter sechs Jahren einen Betreuungsplatz in einer der 9485 Kindertageseinrichtung in Anspruch. Dort arbeiten insgesamt 93.872 Fach- und Ergänzungskräfte.

"Bündnis Kita Bayern" kämpft für Verbesserungen im Kita-Alltag

Für Verbesserungen kämpft auch das "Bündnis Kita Bayern" unter Schirmherrschaft der SPD-Landtagsabgeordneten Doris Rauscher. Darin haben sich Einrichtungsleitungen, Erzieher, Kinderpfleger, Kindheits- und Sozialpädagogen zusammengeschlossen, die "am Rande der Belastbarkeit" bewegen und "viel zu oft viel zu wenig Zeit haben, um sich jedem Kind individuell und abgestimmt auf seine Bedürfnisse zu widmen und es altersgemäß zu fördern".

Das Bündnis hat im Mai 2019 eine Petition für Verbesserungen in der Frühpädagogik und im Arbeitsalltag im Landtag eingereicht. (AZ)

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