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Missbrauchsaffäre

21.02.2019

Kirche klärt Missbrauch in Donauwörther Kinderheim auf

Das Kinderheim Heilig Kreuz der Pädagogischen Stiftung Cassianeum Donauwörth.
Bild: Helmut Bissinger

Ein Jahr nach Bekanntwerden der Vorwürfe legt das Bistum Augsburg am Donnerstag einen Schlussbericht vor. Was genau geschah in der kirchlichen Einrichtung?

Genau ein Jahr, nachdem die Missbrauchsfälle im ehemaligen katholischen Kinderheim Heilig Kreuz der Pädagogischen Stiftung Cassianeum in Donauwörth ans Licht gekommen sind, will das Bistum Augsburg am Donnerstag einen Schlussbericht vorlegen.

Eine berufene Projektgruppe hat die Fälle von schwerer körperlicher und sexueller Gewalt aufgearbeitet und mit Opfern gesprochen. „Wir wollen die Wahrheit ans Licht bringen“, versprach der jetzige Vorsitzende der Stiftung, Peter Kosak, damals.

Dieses Versprechen soll nun eingelöst werden. Bisher bekannt ist, dass mindestens zwölf Kinder in dem Kinderheim, das bis 1977 bestand, Gewalt erfahren haben. Darunter sind auch mindestens drei Fälle von sexuellem Missbrauch. Im Zentrum stehen dabei die Taten des damaligen Prälaten und Heimleiters Max Auer.

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Der 1980 verstorbene Geistliche und Enkel des Pädagogen und Stiftungsgründers Ludwig Auer soll das Haus mit harter Hand geführt haben. Aber auch Erzieherinnen müssen sich vorwerfen lassen, den Kindern Gewalt angetan zu haben.

Bistum hat drei Opfern bereits Entschädigungen gezahlt

Ans Licht gekommen ist alles durch zwei Schwestern, die sich an den Missbrauchsbeauftragten des Bistums Augsburg gewandt hatten. Sie lebten nach 1965 für mehrere Jahre in dem Kinderheim. Nachdem sie öffentlich von Schlägen berichtet hatten, meldeten sie weitere Opfer. Das Bistum hat drei Betroffenen bereits Entschädigungen bezahlt.

Im April 2018 schließlich kommt der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs hinzu. Davon berichtet ein Mann, der wohl täglich als „Privatministrant“ des Prälaten Max Auer in der Messe dienen musste. Davor und danach sei es zu sexuellen Übergriffen gekommen. Er musste den Heimleiter befriedigen oder wurde von ihm vergewaltigt.

Wie groß das Ausmaß des Missbrauchs und der Gewalt in dem Kinderheim war, soll nun der Abschlussbericht zeigen. Eine Projektgruppe unter der Leitung eines ehemaligen Richters hat diesen vorgelegt. Der jetzige Vorsitzende der Stiftung, Peter Kosak, sagte vorab: „Das alles schriftlich fixiert zu sehen, ist schockierend.“

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