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Erpressungprozess

01.03.2009

Klatten zur Aussage bereit

Die BMW- und Altana-Großaktionärin Susanne Klatten ist zu einer Aussage im Prozess gegen ihren mutmaßlichen Erpresser Helg S. bereit. Der Prozess gegen den Schweizer beginnt am 9. März vor dem Münchner Landgericht.

München (ddp) - Die BMW- und Altana-Großaktionärin Susanne Klatten ist zu einer Aussage im Prozess gegen ihren mutmaßlichen Erpresser Helg S. bereit. Ein Sprecher der Familie sagte am Wochenende: "Wenn eine Ladung des Gerichts erfolgt, wird Frau Klatten aussagen. Wir haben immer gesagt, dass wir vollumfänglich mit den Justizbehörden kooperieren." Der Prozess gegen den Schweizer S., dem gewerbsmäßiger Betrug, versuchter gewerbsmäßiger Betrug und versuchte gewerbsmäßige Erpressung vorgeworfen werden, beginnt am 9. März vor dem Münchner Landgericht.

Oberstaatsanwalt Anton Winkler sagte am Sonntag, ob Klatten vorgeladen werde, entscheide sich erst am ersten Verhandlungstag. Es hänge von der Aussage des Angeklagten vor Gericht ab. Sollte er kein umfassendes Geständnis ablegen, würden die vier mutmaßlichen Betrugsopfer vorgeladen. Bei den bisherigen Vernehmungen habe Helg S. jedoch zu den Vorwürfen geschwiegen. Ein Geständnis des Angeklagten gilt damit als unwahrscheinlich.

Für den Prozess sind bis 17. März insgesamt vier Verhandlungstage vorgesehen. S. soll von drei Frauen durch Lügengeschichten insgesamt knapp 9,4 Millionen Euro ergaunert haben, darunter allein sieben Millionen von Klatten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 44-Jährigen daher vier Fälle des besonders schweren Betrugs vor. Hinzu kommt der Vorwurf des versuchten Betrugs: Eine weitere Frau ließ sich von S. nicht zu einer Geldzahlung bewegen.

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Darüber hinaus legt ihm die Anklagebehörde zwei Fälle der versuchten Erpressung in einem besonders schweren Fall zur Last. Er soll Klatten und Marie Luise H. mit der Veröffentlichung von kompromittierenden Aufnahmen von ihren Treffen gedroht haben. Von Klatten, die als reichste Frau Deutschlands gilt, soll S. zunächst 49 Millionen Euro, später noch 14 Millionen Euro verlangt haben. Klatten zeigte S. daraufhin an. Er wurde im Januar 2008 bei einer fingierten Geldübergabe in Tirol festgenommen.

Die kompromittierenden Aufnahmen soll der mutmaßliche italienische Komplize Ernano B. erstellt haben. Der Unternehmer und selbst ernannte Sektenführer muss sich laut Winkler ebenfalls im März in Italien vor Gericht verantworten. Dass B. in Italien "unter strengsten Auflagen" aus der Untersuchungshaft entlassen worden sei, bedeute nichts. "Es wird trotzdem Ende März dort der Prozess beginnen gegen B.", so der Oberstaatsanwalt. Ein Rechtshilfeersuchen der Münchner Ermittler sei abgelehnt worden.

Öffentlichkeit ausgeschlossen

Winkler geht davon aus, dass im Prozess gegen Helg S. die Öffentlichkeit für Teile der Verhandlung ausgeschlossen wird. Die Betroffenen könnten beantragen, dass intime Details zu ihren Beziehungen nicht öffentlich behandelt werden - "sofern das überhaupt zur Sprache kommen muss".

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