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Arnstein

18.10.2017

Kohlenmonoxid-Tod in der Gartenlaube: Vater sagt umfassend aus

Traurige Berühmtheit erlangte der fränkische Ort Arnstein. Hier starben sechs Jugendliche an dem giftigen Gas Kohlenmonoxid.
Bild: Schamberger, dpa

Im Prozess um die tödliche Kohlenmonoxid-Vergiftung von sechs Teenagern in einer Gartenlaube in Unterfranken hat sich der Besitzer des Häuschens umfassend geäußert.

Er wollte alles richtig machen und beging dabei den wohl größten Fehler seines Lebens. Im Winter hat ein Vater aus dem unterfränkischen Arnstein sein Gartenhäuschen für den 18. Geburtstag seiner Tochter vorbereitet. Sie wollte dort mit ihrem Bruder und vier Freunden eine kleine Party feiern. Weil die Laube mit sechs Zimmern nicht ans Stromnetz angeschlossen ist und die kleine Solaranlage nicht für den Herd reicht, kauft er im Baumarkt einen Stromgenerator.

Arnstein: Laienhafte Konstruktion wird Jugendlichen zum Verhängnis

Den schließt der heute 52-Jährige laut Anklageschrift im Technikraum neben dem Flur an, obwohl das Gerät nur für den Außenbereich zugelassen ist. Die Abgase des benzinbetriebenen Generators leitet er mit zwei wackelig ineinander gesteckten Wasserrohren nach außen. Diese laienhafte Konstruktion wird am Abend des 28. Januars sechs jungen Leuten zum Verhängnis werden.

Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, fallen im Laufe der Geburtstagsfeier die Rohre zu Boden. Kohlenmonoxid verteilt sich in der Hütte. Da das tödliche Gas geruchlos ist, bemerken die sechs Feiernden nichts. Vermutlich noch vor Mitternacht sind die Jugendlichen tot, darunter Tochter und Sohn des Mannes.

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"Nach wie vor bin ich fassungslos wie und warum das passieren konnte. Ich begreife das einfach nicht", ließ der 52-Jährige am Mittwoch vor dem Landgericht Würzburg von seinem Verteidiger verlesen. "Ich will aber keine Schuld von mir weisen", las Strafverteidiger Hubertus Krause weiter vor.

Der Angeklagte sagte in seiner persönlichen Erklärung unter anderem, dass er die Abgasleitung extra fest installiert und vor dem Betrieb mehrfach erfolgreich getestet habe. Der neu gekaufte Generator sei bereits zu Silvester einwandfrei gelaufen.

Vater entdeckt die Leichen erst am nächsten Morgen

Der Vater selbst macht am nächsten Morgen die grausame Entdeckung. Eigentlich wollte er nur nach dem Rechten schauen, weil er nichts mehr von seinen Kindern gehört hatte. In der Laube findet er die leblosen Körper der 18 und 19 Jahre alten Teenager. Für sie kommt jede Hilfe zu spät.

Wochen- und monatelang hat die schwer fassbare Tragödie das Werntal beschäftigt. Die Jugendlichen waren vielen bekannt. Einer stand kurz vor der Gesellenprüfung, die jungen Leute waren Mitglieder der Jugendfeuerwehr, spielten in der Dorfkapelle.

Arnstein im Januar: Absperrband der Polizei vor der Zufahrt zu dem privaten Grundstück.
Bild: Daniel Karmann (dpa)

Rund achteinhalb Monate nach dem Unglück beginnt nun der Prozess gegen den Familienvater. Der 52 Jahre alte Mann muss sich wegen fahrlässiger Tötung ins sechs Fällen von Mittwoch (9.00 Uhr) an vor dem Landgericht Würzburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, alle Warnhinweise auf dem Generator und in der Bedienungsanweisung ignoriert und das Gerät dennoch im Inneren des 48 Quadratmeter großen Häuschens aufgestellt zu haben. Zudem hätte dem Angeklagten klar sein müssen, dass seine undichte, lose Rohr-Konstruktion nicht als Abgasableitung geeignet war.

Für fahrlässige Tötung reicht der Strafrahmen der Staatsanwaltschaft zufolge von einer Geldstrafe bis hin zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Das Gericht hat bislang drei Prozesstage angesetzt. dpa/lby

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