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Kommentar
16.06.2016

Kampf gegen Gaffer: Notärzte sind keine Polizisten

Schaulustige können Rettungseinsätze behindern. Polizisten dürfen Platzverweise aussprechen, Notärzte nicht. Warum derartige Befugnisse nicht gut sind und was passieren muss.
Foto: Maja Hitij (dpa)

Schaulustige können Rettungseinsätze behindern. Polizisten dürfen Platzverweise aussprechen, Notärzte nicht. Warum derartige Befugnisse nicht gut sind und was passieren muss.

Schaulustige und Gaffer am Unfallort werden für Rettungskräfte offenbar immer mehr zu einem Ärgernis. Sie behindern nicht selten den Notfalleinsatz oder filmen und fotografieren aus reiner Sensationslust, was einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte von Unfallopfern darstellt.

Sobald die Polizei vor Ort ist, kann dagegen etwas getan werden. Auch die Feuerwehr kann Platzverweise aussprechen. Der Vorschlag der Freien Wähler, auch Notärzten dieses Recht einzuräumen, aber stößt im Landtag zu Recht auf einige Skepsis. Notärzte haben an Unfallorten anderes zu tun, als Schaulustige zu verscheuchen. Außerdem fehlt ihnen jede Möglichkeit, einen Platzverweis durchzusetzen, falls es Ärger gibt. Notärzte sind keine Polizisten.

Die Abgeordneten des Innenausschusses waren deshalb gestern gut beraten, den Vorschlag nicht gleich zu beschließen. Vielleicht wollen ja die Notärzte diese Befugnis gar nicht? Vielleicht gibt es effektivere Möglichkeiten, etwas gegen Gaffer zu tun?

Auf Bundesebene wird darüber diskutiert, Gaffen unter Strafe zu stellen. Das wäre ein klares Signal gegen diese Unsitten am Unfallort.

 Gaffer behindern oft Einsätze: Dürfen Notärzte bald gegen sie vorgehen?

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