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München: Die Flughafenpanne hat auch etwas Gutes

Kommentar Von Michael Böhm
31.07.2018

Trotz der ausgefallenen Flüge und der finanziellen Schäden hat das Chaos am Münchner Flughafen auf lange Sicht einen positiven Effekt.

Es gibt so Tage, da kommt alles zusammen, was nicht zusammenkommen sollte. Der Samstag am Münchner Flughafen war so einer. Da stießen der Beginn der Sommerferien, zehntausende Urlauber und ein für einen Moment unaufmerksamer Sicherheitsdienst aufeinander und es kam zu einem beispiellosen Chaos mit hunderten ausgefallenen Flügen, und zu Recht verärgerten Fluggästen.

Die Flugbranche ist auf Kante genäht

Wenn man so will, hat die Mega-Panne aber auch etwas Gutes: Schonungslos, aber gleichzeitig auf verhältnismäßig harmlose Art und Weise, wurden mehrere Schwächen des Flughafens aufgedeckt, die es auszumerzen gilt. Dass es eine Frau unkontrolliert durch die Sicherheitsschleuse schaffte, war wohl menschliches Versagen. Das wird vermutlich nie ganz auszuschließen sein – so bitter das auch ist. Dass es aber mehr als acht Stunden dauert, bis Polizei und Sicherheitsdienst die Identität der Frau feststellen und dann herausfinden, dass sie längst abgeflogen ist, ist ein Unding. Ein Glück, dass es sich bei der 40-Jährigen offenbar um einen normalen Fluggast ohne böse Absichten handelte.

Zugleich machte der Vorfall deutlich, wie sehr die Flugbranche auf Kante genäht ist. Ausfälle und Verspätungen werden in Kauf genommen – auf Kosten der Passagiere. Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass die Fluggäste daran in Teilen selbst schuld sind. Wer für 20 Euro nach Mallorca und wieder zurück fliegen will, darf sich nicht wundern, wenn etwas schief läuft.

16 Bilder
Chaos zum Ferienstart: Tausende sitzen am Flughafen fest
Foto: Matthias Balk

Eine Sicherheitspanne am Flughafen München vermiest Zehntausenden den Start in den Urlaub. Zahlreiche Flüge fallen aus, viele Passagiere übernachten am Airport.
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31.07.2018

Wer für 20 Euro nach Mallorca fliegt, hat da mit den Sicherheitsvorkehrungen im Flughafen nichts zu tun. Ob ein Fluggast für 1000 Euro oder 20 Euro fliegt, ist allein Sache der Fluggesellschaft. Die muss unabhängig vom Flugpreis die/Sicherheits-) Gebühren für den Flughafen bezahlen, egal ob Billigticket oder Normalpreis. Den Fluggast trifft da keine Schuld. Allein die Zeitdifferenz vom Bemerken der Nichtkontrolle und Auslösen des Alarms war viel zu lang. Wenn man bedenkt, wie lange ein Boarding dauert und ein Flugzeug dann von der Startbahn abhebt, vergehen schon mindesten 45 min. Die Passagierin war da ja schon abgeflogen. Auch das da jemand unkontrolliert den Sicherheitscheck passieren kann ist unverständlich. Hier ist und war allein das Personal voll verantwortlich für die Panne.

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