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Kreis Fürstenfeldbruck
22.05.2016

Ehepaar aus dem Kreis Augsburg stirbt bei Flugzeugabsturz

Beim Absturz eines Sportflugzeugs im Kreis Fürstenfeldbruck sind am Samstagabend zwei Menschen ums Leben gekommen.
Foto: NonstopNews

Beim Absturz eines Sportflugzeugs bei Jesenwang (Kreis Fürstenfeldbruck) sind am Samstag zwei Menschen gestorben. Bei den Toten handelt es sich um ein Paar aus dem Kreis Augsburg.

Nahe des Flugplatzes Jesenwang bei Fürstenfeldbruck hat sich am späten Samstagabend ein tödlicher Flugunfall ereignet. Kurz vor 21 Uhr stürzte laut Polizeibericht ein einmotoriges Sportflugzeug der Marke Breezer ab und fing nach dem Aufprall sofort Feuer. Die Insassen – nach Informationen unserer Zeitung ein 50-jähriger Mann aus Kleinaitingen im Landkreis Augsburg und seine Ehefrau – waren auf der Stelle tot. Die Polizei berichtet weiter, dass die Maschine laut Augenzeugenberichten in der Luft trudelte und in 800 Metern Entfernung vom Flugplatz auf ein Feld am nördlichen Rand von Jesenwang, etwa 200 Meter neben der Kreisstraße FFB 2 fiel. 2007 war nahe Jesenwang schon einmal ein Ultraleichtflugzeug abgestürzt, zwei Männer starben damals.

Der Betreiber des Flugplatzes Jesenwang, Max Walch, sah den Absturz: „Das Leichtflugzeug ist senkrecht Richtung Boden gestürzt.“ Walch fuhr sofort mit seinem Einsatzfahrzeug und Löschmittel zur Unfallstelle, alarmiert worden waren auch die Feuerwehren der benachbarten Orte. Das Wrack des kleinen Sportflugzeugs wurde noch in der Nacht sichergestellt, die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat die Ermittlungen zur Absturzursache übernommen. Nach ersten Erkenntnissen wurden im Funkverkehr zum Tower Motorprobleme signalisiert, wie die Polizei auf Anfrage bestätigt. Eingebunden in die Ermittlungen ist das Luftfahrtbundesamt und ein technisches Gutachten wurde erstellt.

Flugfehler oder Defekt? Ursache für den Flugzeugabsturz noch unklar

Walch, selbst ein erfahrener Flieger und Ausbilder an Ultraleichtflugzeugen, hält einen Flugfehler als Unfallursache für wahrscheinlicher als einen technischen Defekt. Denn diese Ultraleichtflugzeuge könnten gut gleiten. Falle der Motor aus, sei es normalerweise kein Problem, eine Notlandung zu machen, wenn eine ausreichende Fläche vorhanden sei. Das Paar habe sich von einer örtlichen Flugschule ein Ultraleichtflugzeug gemietet und einen einstündigen Flug absolviert. „Es war kurz vor Betriebsschluss, der bei Sonnenuntergang ist und sie haben noch zwei Platzrunden angehängt“, erzählt er. Diese dauerten jeweils sechs Minuten.

Offensichtlich habe der Mann bei dieser zweiten Platzrunde eine zu steile Kurve geflogen und dabei die Mindestgeschwindigkeit unterschritten, so Walchs Einschätzung. Ein Flugzeug brauche diese Geschwindigkeit. Ein Pilot könne seinen Ultraleichtflieger trotzdem wieder fangen – wenn ausreichend Höhe vorhanden sei. Das Unfallflugzeug habe aber vielleicht 80 bis 100 Meter Höhe gehabt. „Ich habe nur die letzten 50 Meter des Sturzes gesehen.“ Der Flieger sei aber kein Anfänger gewesen, meint Walch, er komme seit zwei Jahren an den Flugplatz Jesenwang.

Max Walch war der erste an der Unfallstelle.
Foto: Julian Leitenstorfer

Bei der Bergung sorgte laut Walch das Rettungssystem für Probleme: Die Rakete, die einen Fallschirm auslösen kann, hatte noch nicht gezündet, weswegen bei dem Wrack Vorsicht geboten war. Walch geht davon aus, dass der Pilot dieses Rettungssystem wegen der geringen Höhe nicht mehr betätigen konnte.

Als einer der ersten am Absturzort gewesen zu sein, nimm Walch sichtlich mit. Feuerwehrleuten und Einsatzkräften, die regelmäßig mit solchen Ereignissen konfrontiert werden, spricht er seine Achtung für ihr Tun aus. Nicht nur Walch ist betroffen. Trotz Kaiserwetter und einer unglaublichen Fernsicht, ist an diesem Sonntag kaum etwas los auf dem Flugplatz Jesenwang: „Normalerweise würden an so einem Sonntag alle fliegen wollen.“

Der Flugplatz in Jesenwang.
Foto: Julian Leitenstorfer
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