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Kriminalität
01.03.2017

Wieder ein Doppelmord

Und wieder liegt der Tatort in Oberbayern. Zwei Tage nach der Gewalttat in Höfen werden in Rott am Inn zwei ältere Menschen erstochen. Der Täter wohnte wohl nebenan

Innerhalb weniger Tage sind in Oberbayern vier ältere Menschen bei Gewaltverbrechen ums Leben gekommen. Nach dem Raubmord im Weiler Höfen wurden in der Nacht zum Dienstag eine 66-jährige Frau und ein 73-jähriger Mann in ihrem Haus in Rott am Inn im Landkreis Rosenheim erstochen. Die Polizei nahm wenig später einen 25-Jährigen unter dringendem Tatverdacht fest. Zuvor hatte eine Streife auch eine 20 Jahre alte Nachbarin festgenommen. Als Auslöser für die Bluttat gilt ein Streit wegen Lärmbelästigung.

Nach den bisherigen Ermittlungen war es in der Nacht auf Dienstag in der Wohnung der jungen Frau ziemlich laut gewesen – nach Polizeiangaben nicht zum ersten Mal. Die beiden älteren Leute beschwerten sich. „Im Verlauf der Beschwerde zeigte sich der Tatverdächtige hochaggressiv und fügte den beiden Opfern unvermittelt tödliche Verletzungen zu“, sagte Polizeisprecher Anton Huber. Die gegen 22 Uhr zu dem im Ortszentrum gelegenen Mehrfamilienhaus gerufenen Sanitäter und Ärzte konnten den Opfern nicht mehr helfen. Sie erlagen noch am Tatort den Folgen der massiven Stichverletzungen. Opfer und Täter standen in keiner Beziehung zueinander, sie hatten nur ihre Wohnungen im gleichen Haus.

Bei ihrer Festnahme wehrte sich die junge Nachbarin und verletzte nach Angaben der Polizei einen Beamten. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass der 25-Jährige bei ihr zu Besuch gewesen war. So ergab sich ein Tatverdacht gegen ihn. Sofort leitete die Polizei eine Großfahndung ein, bei der auch ein Hubschrauber im Einsatz war. Gegen 1.30 Uhr wurde der dringend Tatverdächtige am Ortsrand von Rott am Inn gefasst. Ob die Tatwaffe – womöglich ein Messer – sichergestellt wurde, wollte die Polizei nicht sagen. Sie äußerte sich auch nicht zu Vermutungen, dass Alkohol im Spiel gewesen sein könnte. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl wegen eines Tötungsdeliktes gegen den jungen Mann. Die 20-jährige Nachbarin wurde nach ihrer Vernehmung entlassen. In welchem Verhältnis beide zueinanderstehen, ist noch nicht geklärt.

Vieles ungeklärt ist auch noch im Fall des Doppelmordes von Höfen bei Bad Tölz. „Es gibt keine konkreten Hinweise auf flüchtige Täter“, sagte gestern Polizeisprecher Jürgen Thalmeier. „Wir ermitteln weiterhin in alle Richtungen.“ Heute Abend befasst sich die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ nach seinen Angaben mit dem Raubmord. Wie berichtet, sind in einem Einfamilienhaus in Höfen am Samstagabend die Leichen einer 76-jährigen Frau und eines 81-jährigen Mannes entdeckt worden. Die ebenfalls 76 Jahre alte Hauseigentümerin liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft geht von zweifachem Mord und Mordversuch aus. Für die über 50-köpfige Sonderkommission „Höfen“ ist die Vernehmung der Überlebenden „Dreh- und Angelpunkt“, erläuterte Thalmeier. Allerdings kann es noch Tage dauern, bis die Befragung möglich ist. Neben schweren körperlichen Verletzungen dürfte die Frau auch psychisch schwer angeschlagen sein. Sie lag möglicherweise bis zu drei Tage gefesselt in ihrem Haus. Nach Berichten des Münchner Merkurs wird die Frau, da die Täter auf der Flucht sind, im Krankenhaus bewacht.

Die Ermittler haben die Tatzeit zwischen vergangenen Mittwochabend und der Nacht zum Samstag eingegrenzt. Die Polizei wollte sich nicht dazu äußern, ob die ermordeten Bekannten der Bewohnerin einen längeren Todeskampf ausstehen mussten. Bei der Obduktion wurden Schläge gegen ihre Körper mit einem stumpfen Gegenstand festgestellt. Offen ist, ob die Einbrecher Wertgegenstände raubten. „Es ist zu sehen, dass etwas gesucht wurde“, sagt Thalmeier. (dpa)

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