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Interview

31.03.2020

Kristan von Waldenfels ist 19, Student und jüngster Bürgermeister in Bayern

Kristan von Waldenfels ist Bayerns jüngster Bürgermeister.
Bild: privat

Kristan von Waldenfels wurde in Lichtenberg zu Bayerns jüngstem Rathauschef gewählt. Das hat sein Leben verändert. Doch sein Studium will er nicht aufgeben.

Herr Waldenfels, Sie sind künftig Bürgermeister in Lichtenberg und damit Bayerns jüngster Bürgermeister. Wie fühlt sich das an?

Kristan von Waldenfels: Großartig. Ich freue mich sehr, dass die Lichtenberger ihr Vertrauen in mich gesetzt haben, trotz meines jungen Alters.

Wie wollen Sie die Herausforderungen des Bürgermeisteramts in so jungen Jahren meistern?

Kristan von Waldenfels ist 19, Student und jüngster Bürgermeister in Bayern

Waldenfels: Politik macht mir Freude, das ist das Wichtigste. Ich war Klassen- und Schülersprecher. Über einen Arbeitskreis im Landkreis Hof bin ich dann in die Kommunalpolitik reingerutscht. Seit einem Jahr bin ich Vorsitzender der CSU Lichtenberg. Natürlich erfordert das Bürgermeisteramt viel Einsatz. Aber ich habe eine tolle Mannschaft als Stütze hinter mir und mein Jurastudium im dritten Semester an der Universität Bayreuth ist eine gute Ergänzung.

Trotz seines Amts in Lichtenberg bleibt Waldenfels weiter auch Student

Inwiefern? Wird es zeitlich überhaupt möglich sein, weiter zu studieren?

Waldenfels: Natürlich. In Vorlesungen, die zum Teil trocken sind, sitze ich mit dem praktischen Bezug im Rathaus viel aufmerksamer drin. Andersherum ermöglicht mir das Studium, mein Hintergrundwissen für die Verwaltungsarbeit zu erweitern. Zeitlich wird beides gehen. Das Bürgermeisteramt ist ein Ehrenamt. Während andere ehrenamtliche Bürgermeister parallel ihrem „normalen Job“ nachgehen, bin ich eben Jurastudent. Künftig werde ich aber langsamer studieren.

Was machen Sie neben Studium und Kommunalpolitik als Ausgleich?

Waldenfels: Ich fahre Fahrrad. Kurz vor dem Stichwahl-Ergebnis am Sonntag habe ich eine Runde gedreht. Das hat sehr gut getan in diesem Moment des Bangens und Wartens. Ansonsten treffe ich mich mit Freunden oder schaue zum Entspannen Serien, wie Stromberg.

Als Bürgermeister leitet der 19-Jährige nun Stadtratssitzungen

Haben Sie keine Angst, unterzugehen, wenn Sie im Stadtrat nun Politik-Urgesteinen entgegentreten?

Waldenfels: Überhaupt nicht. Ich kann mich, wenn es darauf ankommt, sehr gut durchsetzen. Das Entscheidende ist, seine Grenzen zu kennen. Dennoch bin ich mir der Verantwortung bewusst, nun Sitzungen zu leiten und Entscheidungen herbeizuführen.

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?

Waldenfels: Gerade die Coronakrise hat gezeigt, wie wichtig es ist, die Bürger zu informieren und als Gemeinschaft zusammen zu stehen. Das will ich auch in Zukunft aufrechterhalten. Aber auch die Infrastruktur, der Bevölkerungsschwund und der Rückgang der Wirtschaft im ländlichen Raum sind Herausforderungen, die ich in den kommenden Jahren angehen möchte.

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