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Bayern

21.01.2015

Kultusminister Spaenle will mehr Islamkunde an bayerischen Schulen

Ein Junge liest während des islamischen Religionsunterrichts in einem Schulbuch.
Bild: Oliver Berg/Archiv (dpa)

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) will mehr Islamkunde an bayerischen Schulen. Ein entsprechender Modellversuch soll bis zum Jahr 2018 deutlich ausgeweitet werden.

Der Unterricht in Islamkunde, der muslimischen Schülern im Rahmen eines Modellversuchs zuletzt an 261 Schulen in Bayern angeboten wurde, soll nach dem Willen von Kultusminister Ludwig Spaenle ( CSU) in den kommenden Jahren deutlich ausgeweitet werden. Sein Ziel sei es, so sagte Spaenle unserer Zeitung bei der CSU-Klausurtagung in Wildbad Kreuth, das Schulfach Islamkunde, das es in dieser Form nur in Bayern gebe, bis zum Jahr 2018 an bis zu 400 Schulen anzubieten.

Laut Spaenle ist der staatliche Islamunterricht in Bayern ein bundesweit einmaliger Modellversuch, der in seinen Anfängen auf den ehemaligen CSU-Kultusminister Hans Maier (1970 bis 1986) zurückgeht. Im Unterschied zum katholischen oder evangelischen Religionsunterricht, dessen Inhalte allein von den christlichen Kirchen festgelegt werden, bestimmt hier das Ministerium die Inhalte, weil es keine allseits anerkannte moslemische Institution gebe, die über eine ähnliche Autorität verfüge wie die Kirchen.

Seehofer: Islamunterricht ist „staatlich kontrollierte Aufklärung“

Bisher können nur etwa 11500 der rund 94000 muslimischen Schüler in Bayern den Unterricht in Islamkunde besuchen. An 177 Grund- und 78 Mittelschulen, aber auch an vier Realschulen und zwei Gymnasien stehen dafür umgerechnet 65 Lehrerstellen zur Verfügung. Die Schulen liegen mehrheitlich in Städten. Mit einer Ausweitung auch in ländliche Regionen sollen künftig mehr Schüler erreicht werden.

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Spaenle räumte ein, dass es sich derzeit noch um ein „strategisches Ziel“ handle. Zusätzliche Lehrerstellen müsse der Landtag erst noch genehmigen. Einen einflussreichen Unterstützer aber hat Spaenle bereits: Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Der Islamunterricht, so Seehofer, sei „staatlich kontrollierte Aufklärung“, um islamistischer Propaganda vorzubeugen, und somit auch ein Beitrag zur Integration.

Der Präsident des bayerischen Lehrerverbandes BLLV, Klaus Wenzel, begrüßte die Pläne. „Wir haben immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass der Bedarf wesentlich höher ist.“ Landtagsvizepräsidentin Ulrike Gote (Grüne) erinnerte daran, dass es bereits lange zugesagte Lehrerstellen bisher noch nicht gebe. (mit dpa)

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