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Landarztmangel
17.08.2019

Kuriose Landarzt-Anzeige: Die ersten Bewerber haben sich gemeldet

Die Single-Bürgermeister Josefa Schmid hat die Gemeinde Kollnburg mit einer Landarzt-Annonce berühmt gemacht.
Foto: Gemeinde Kollnburg (Archiv)

Nachdem Bürgermeisterin Josefa Schmid mit einem ungewöhnlichen Inserat für Schlagzeilen gesorgt hatte, sind nun die ersten ernsthaften Bewerbungen eingegangen.

Mit einer - zugegeben - etwas ungewöhnlichen Anzeige hatte Bürgermeisterin Josefa Schmid aus dem niederbayerischen Kollnburg zuletzt viel Aufmerksamkeit erregt. Um nämlich einen Hausarzt für ihre Gemeinde im Landkreis Regen zu suchen, inserierte sie im Ärzteblatt eine Annonce und verwies dabei zugleich auf ihren Beziehungsstatus: "Geheimtipp: Die Bürgermeisterin ist noch unverheiratet", war darin zu lesen. Für interessierte Mediziner lohnt es es also doppelt, in den Bayerischen Wald zu ziehen.

Wie Josefa Schmid jetzt gegenüber unserer Redaktion erzählt, hätten sich viele Interessenten auf Ihren Aufruf im Ärzteblatt gemeldet. Zwar habe sie sich bisher nur einen ersten Überblick verschaffen können. Doch fänden sich unter allen ein knappes Dutzend "ernsthafter Anfragen", sagt die Rathauschefin.

Kollnburg steht bereits in Verhandlungen mit einer Ärztin

So ernsthaft, dass der 3000-Einwohner-Ort in konkreten Verhandlungen mit einer Ärztin aus der Nähe von Frankfurt steht. Die Medizinerin wolle bereits in der kommenden Woche nach Kollnburg kommen, um über die Praxis und deren Ansiedlung zu sprechen.

Denn tatsächlich ist in Kollburg schon seit den 90er Jahren kein Mediziner mehr ansässig. Gerade auf dieses Thema wollte die FDP-Politikerin mit ihrer Anzeige, die Anfang August im Ärzteblatt veröffentlicht wurde, aufmerksam machen: den Landarztmangel. Weil sie aber feststellte, dass das Inserat von Kollnburg mit Metropolregionen konkurrieren würde, habe sie sich überlegt, diesen ernsten Hintergrund auf humorvolle Weise zu platzieren. Der Single-Geheimtipp sei natürlich augenzwinkernd gemeint. "Aber es stimmt auch, dass ich unverheiratet bin", erklärt Josefa Schmid.

Erfolgreich war sie mit ihrem Aufruf auch über die Landesgrenzen hinaus. So hätten sich ungefähr 30 Ärzte mit Approbation aus arabischen Staaten wie Palästina, Tunesien und Ägypten auf die Stelle in Kollnberg beworben. "Ich war erstaunt, dass das Interesse aus diesen Ländern so groß war."

Viele Bewerber interessierten sich für den Single-Status der Bürgermeisterin

Gleichzeitig hätten sich deutsche Mediziner mit der Bitte gemeldet, einen Bewerber weiter zu vermitteln, weil die eigene Suche nach einem Praxisnachfolger erfolglos blieb. "Einer hat uns dafür sogar 5000 Euro für die Gemeindekasse angeboten." 

Selbstverständlich blieb auch die amouröse Dimension der Anzeige nicht unbeantwortet: Mehrere Interessenten hätten sich in ihren Nachrichten mit Bildern und Beschreibungen bei der unverheirateten Rathauschefin vorgestellt. "Ich habe es bisher aber nur überflogen", sagt Josefa Schmid und lacht. Nur soviel: "Es waren kuriose Dinge dabei." (AZ)

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