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Affäre um Privatdarlehen

06.05.2009

Landesmedienanstalt unter Erklärungsdruck

Ein Enthüllungsbericht in der Süddeutschen Zeitung setzt die Bayerische Landesmedienanstalt BLM gehörig unter Druck: Ein Ex-Vorsitzender soll sich jahrelang Privatdarlehen geliehen haben. Von Michael Pohl

Von Michael Pohl

München (AZ) - Eine Affäre um pikante Privatdarlehen kratzt am Ruf der Bayerischen Landesmedienanstalt BLM: Die Süddeutsche Zeitung enthüllte, dass der langjährige Vorsitzende des bayerischen Medienrates, Klaus Kopka, sich von zwei Privatfernseh-Betreibern des "Bayern Journals" über Jahre Privatdarlehen im Umfang von über 400 000 Euro geliehen hatte. Einer der Geldgeber war der vergangenes Jahr bei den Terroranschlägen in Bombay ums Leben gekommene Münchner Medienunternehmer Ralph Burkei.

Pikant an der Affäre ist nicht nur, dass Kopka, der von 1974 bis 2004 den Kontrollrat der Medienanstalt leitete, damit Geld von Unternehmern nahm, die er beaufsichtigen sollte: In der gleichen Zeit liefen auch Verfahren wegen des Verdachts der Schleichwerbung gegen die Firma der Fernsehmacher.

Der ehemalige CSU-Landtagsabgeordnete Kopka bestreitet einen Zusammenhang: Burkei habe ihn aus langjähriger Freundschaft unterstützt, und er habe das Geld inzwischen zurückgezahlt, sagte er der Zeitung.

Landesmedienanstalt unter Erklärungsdruck

Die Landesmedienzentrale betonte, die Darlehen hätten keinen Einfluss auf den Umgang mit den Fernsehbetreibern haben können. BLM-Chef Wolf Dieter Ring räumte ein, dass ihn Kopka Anfang 2003 von den Darlehen unterrichtet habe. Er habe jedoch "keine weitere Prüfung veranlasst", weil es sich aus seiner Sicht um eine Privatangelegenheit gehandelt habe.

Die Grünen fordern nun von der Staatsregierung Aufklärung: Der Fall schädige den Ruf der Medienaufsicht und sei nicht hinnehmbar.

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