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Wahl

10.09.2013

Landtagswahl 2013 in Bayern: Briefwahl sorgt für Engpässe

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Der Trend geht zur Briefwahl. Viele Menschen wählen zu Hause.
Bild: Steffen, dpa

In Bayern stimmen bei der Landtagswahl 2013 ungewöhnlich viele Menschen zu Hause ab. Die Städte müssen Unterlagen nachbestellen. Manche waren überfordert.

Ansturm auf die Bürgerbüros in Bayern: So viele Menschen wie nie zuvor machen in diesem Jahr ihr Kreuzchen nicht in der Wahlkabine, sondern zu Hause. Die Zahl der Briefwähler ist deutlich gestiegen. Besonders in München kam es im Vorfeld der Landtagswahl am Sonntag zu größeren Engpässen beim Versand der Unterlagen. Auch Augsburg musste nachbestellen.

Briefwahl: 5000 Stimmzettel nachgeliefert

Bei der letzten Landtagswahl wählten in Augsburg noch 17000 Menschen per Brief, in diesem Jahr sind bisher schon 28500 Mal Unterlagen verschickt worden. Der Leiter des Bürgerbüros, Klaus Sulzberger, geht davon aus, dass es am Ende über 30000 Briefwähler sein werden – etwa 15 Prozent aller Wähler. „Das ist nicht mehr lustig“, sagt Sulzberger. Das sei eine „absolut überraschende Explosion“. Sulzberger und etwa 20 Kollegen haben deshalb Überstunden geschoben. Außerdem wurden noch einmal 5000 Stimmzettel nachgeliefert.

In Ingolstadt das gleiche Bild. „Wir haben deutlich mehr Briefwähler als je zuvor“, sagt Pressesprecher Gerd Treffer. Während 2008 noch rund 12000 Bürger per Briefwahl ihre Stimme abgaben, sind es heute schon knapp 18000. Das entspricht in Ingolstadt fast 20 Prozent der gesamten Wählerschaft.

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In Neu-Ulm und Kempten sieht die Lage ähnlich aus. In Neu-Ulm sind nach Angaben von Peer Gombert, Leiter des Bürgerbüros, bisher etwa 6500 Wahlscheine verschickt worden. Das ist ungefähr ein Drittel mehr als 2008. In Kempten ist die Zahl der Briefwähler gar um 50 Prozent nach oben geklettert: von 6000 im Jahr 2008 auf bisher 9046.

Landtagswahl Bayern 2013: "Lieber in Ruhe zu Hause durchschauen"

Die Ursache könnte an einer Änderung der gesetzlichen Vorgaben liegen, sagt Konrad Pfister, Leiter des Bürgerbüros in Kempten. Bis zur letzten Landtagswahl mussten die Wähler bei der Bestellung oder Abholung der Scheine einen triftigen Grund angeben. Diese Regelung gilt nicht mehr. Zudem seien die Unterlagen heuer mit Blick auf die Bezirkstagswahl und die fünf Volksentscheide so umfangreich, „dass viele sie lieber in Ruhe zu Hause durchschauen wollen“.

In München war man bei diesem Ansturm überfordert. Auf 200000 Anträge hatte sich das Wahlamt eingestellt, mehr als 240000 gingen bis Dienstag ein. Zum Vergleich: 2008 hatten insgesamt 143512 Münchner per Briefwahl abgestimmt. 70000 Anträge mussten nachbestellt werden, 20000 blieben zunächst unbearbeitet liegen. Mithilfe von 30 Mitarbeitern aus anderen Bereichen des Kreisverwaltungsreferates sei es den insgesamt 110 Beschäftigten gelungen, diese bis Montagabend zu bearbeiten, meldet die Stadt München.

Landtagswahl 2013: Briefwahl „sprengt alle Grenzen“

„Das sprengt alle Grenzen“, meldet auch Wahlleiter Wolf Schäfer aus Nürnberg. Im Moment hätten etwa 65000 Bürger Briefwahl beantragt, etwa 40 Prozent mehr als 2008. „Es scheint aber zu reichen, denn wir hatten einen Sicherheitspuffer eingeplant“, sagt Schäfer.

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