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Landwirtschaft
20.05.2021

Gibt es künftig mehr Tierwohl in der Landwirtschaft?

In der Landwirtschaft soll sich laut der Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber einiges ändern - unter anderem die Nutztierhaltung.
Foto: Ralf Lienert (Symbolbild)

Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber verkündete ihre Ziele für die Zukunft: weniger Anbinde-Haltung für Kühe, mehr Tierwohl.

Seit Michaela Kaniber 2018 Bayerns Landwirtschaftsministerin wurde, hat es sich die 43-Jährige nicht gerade leicht gemacht: Denn Klartext redet die CSU-Politikerin gerne – vor allem in Richtung der Bauernverbände. Spätestens seit dem erfolgreichen Bienen-Volksbegehren vor zwei Jahren ist für die Ministerin klar, dass sich die Landwirtschaft massiv ändern muss, um sich die Akzeptanz der Bevölkerung dauerhaft zu sichern.

Tosenden Applaus hat Kaniber in der Bauernschaft mit diesem Kurs eher selten geerntet. Doch mit ihrer hartnäckigen und meist sachlichen Argumentation hat sie dort durchaus Respekt gewonnen. In einer Regierungserklärung im Landtag hat sie nun dargelegt, was sich in der Landwirtschaft verändern muss.

Mehr Platz für die Tiere: In der Nutztierhaltung soll sich einiges ändern

So soll sich etwa die Nutztierhaltung künftig klar am Tierwohl ausrichten. „Alles andere wird von der Gesellschaft nicht mehr akzeptiert“, warnt Kaniber. Die Anbinde-Haltung, derzeit noch in rund 14.000 bayerischen Betrieben praktiziert, müsse „so schnell wie möglich“ enden. „Tierwohl-Prämien“ vom Staat soll es für die Bauern geben und mehr Investitionszuschüsse für den Stallumbau. „Mehr Platz pro Tier, mehr Tiere auf Stroh, mehr Auslauf“ seien hier die Ziele.

Mehr Tierwohl: Michaela Kaniber hat Ziele für die künftige Landwirtschaft in Bayern.
Foto: Peter Kneffel, dpa (Archivbild)

Auch Tiertransporte über weite Strecken ins Ausland sollen spätestens Anfang 2022 enden. Sie habe den Zuchtverbänden ein Angebot gemacht, den freiwilligen Ausstieg „zu unterstützen und abzufedern“, erklärt die Ministerin. Doch auch ihre Produktion sollen Bayerns Bauern umstellen. Erzeugen, was nachgefragt wird, laute hier die Devise. Bio-Obst und Bio-Gemüse etwa sei „gefragt wie nie“ – und bei derzeit 80 Prozent Importquote eine große Chance für Bayerns Bauern. 30 Prozent Öko-Landbau bis 2030 bleibe deshalb ein Ziel der Söder-Regierung, heute sind es 12,2 Prozent. „Wir schreiben den Menschen nicht vor, was sie essen sollen“, beteuert sie: „Aber wir wollen, dass ihre Lebensmittel aus Bayern kommen.“

Rund 200 Millionen Euro will die Ministerin für den Umbau der Landwirtschaft lockermachen. „Der Wandel muss sich auch für die Landwirte lohnen“, fordert sie.

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