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Manching
27.07.2018

Polizist Thomas Hampel leitet die neue Asylbehörde

Thomas Hampel ist seit wenigen Tagen Präsident des neuen Bayerischen Landesamts für Asyl und Rückführungen.
Foto: Innenministerium Bayern

Thomas Hampel ist Präsident des neuen Bayerischen Asyl-Landesamts in Manching. Er soll die verschiedenen Zuständigkeiten verzahnen. Welche Ziele er hat.

Vom Streifenpolizist zum Leiter einer Oberbehörde mit rund 1000 Mitarbeitern: Thomas Hampel ist seit wenigen Tagen Präsident des neuen Bayerischen Landesamts für Asyl und Rückführungen in Manching, das am heutigen Freitag eröffnet wird. Eingelebt habe er sich in der kurzen Zeit noch nicht, aber sein Ziel formuliert er klar. „Wir müssen die Lage peilen und analysieren. Und vor allem in die aufgeregte Diskussion rund um Asyl Augenmaß und Struktur bringen“, sagt der 52-jährige Niederbayer.

Mehr als 30 Jahre hat Hampel für die bayerische Polizei gearbeitet. In seiner neuen Position kommt ihm dies zugute, schließlich soll die Stärke des Amtes die Zusammenlegung von verschiedenen Behörden sein – „und mit der Landes- und Bundespolizei werden wir eng zusammenarbeiten“. Das Amt soll „die Zuständigkeiten verzahnen“.

Hampel hat bereits den Koordinierungsstab "Asyl" geleitet

Hampel hat in den vergangenen Jahren nach Ansicht des Ministerrats mit genau dieser Koordination überzeugt. Während des Höhepunkts der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 zeigte Hampel als damaliger Leiter des Koordinierungsstabs „Asyl“ im bayerischen Innenministerium Präsenz. Erfahrung sammelte der Mann aus Regen im Bayerischen Wald zuvor als Sprecher der deutschen Einsatzchefs der Polizeien von Bund und Ländern.

Zuletzt war er Inspekteur der Polizei und damit Stellvertreter des Landespolizeipräsidenten in allen Einsatzfragen sowie Leiter des Koordinierungsstabs Asyl im Innenministerium. Das neue Amt nennt er „Schnittstelle und Lagezentrum“, weil hier die Fäden zusammenlaufen sollen.

Auf die Herausforderung der neuen Aufgaben freut er sich. Seinen Arbeitsstil beschreibt er als akkurat. Schon bei der Polizei sei er geschult worden, schnell Entscheidungen zu treffen – eine Eigenschaft, die er künftig auch als Landesamt-Chef beweisen werden muss.

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Abgelehnte Flüchtlinge sollen zeitnah in ihre Heimat reisen

Noch braucht er aber Geduld, wie er selbst sagt. „Bis spätestens Jahresende wird alles so funktionieren wie geplant.“ Vorrangig muss seiner Einschätzung nach zunächst das Amt strukturell aufgebaut werden, 120 neue Stellen sind geschaffen worden. Augenmerk möchte Hampel insbesondere auf die freiwillige Rückführung legen. Flüchtlinge, deren Asylantrag als unbegründet abgelehnt worden ist, sollen also zeitnah in ihre Heimat reisen. „Wir müssen ein klares Signal senden“, sagt er. Das gelte ebenso für auf- und straffällige Intensivtäter.

Auch soll die Neugründung künftig zuständig sein für die Beschaffung von Ersatzpapieren. Teil des Landesamts werden Aufgaben der „Polizeiinspektion Schubwesen“ werden. Diese organisiert Abflüge und Polizeibegleitung. „Zusätzlich zu den neuen Aufgaben müssen natürlich die aktuellen Abschiebemaßnahmen weitergeführt werden“, sagt Hampel.

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